16 Prozent auf alles – Der Test
Geschrieben am: 5. Juli 2010 in Allgemein
Schlagworte dieses Artikels: 16%, 19%, Deutschland, Mehrwertsteuer, Praxistest, Test
Gesagt getan. Zum Artikel vom Freitag gibt es jetzt den Praxistest. Knapp 70cm ist er lang und gut 7cm breit. Ein üblicher Wocheneinkauf oder besser: Nur der Maxieinkauf der Woche und am Schluß mit einer dicken fetten Zahl. Der wöchentliche Wahnsinn im Supermarkt eben. Es bleibt eben auch die Frage: Sind 16% Mehrwehrtsteuer für alle – entsprechend des Vorschlages und der Berechnungen von Prof. Rolf Peffekoven wirklich für alle Beteiligten, Bürger und Steuersystem besser?
Wir schauen einfach mal auf den Kassenbon.
Peffekoven’s Idee im Test
Wir haben es am Freitag im Artikel über die Idee von Prof. Rolf Peffekoven, eine einheitliche Mehrwertsteuer für Deutschland einführen zu wollen, ja versprochen und haben den Praxistest gemacht. Artikel verpasst? Dann können Sie diesen hier nachlesen.
Nun liegt der Kassenbon des Wochenendeinkaufs vor uns und wir stellen erstaunt fest. Ganz schön mager. Obwohl. Der Endbetrag von 163,24 ist ja nur ein Teil der wöchentlichen Einkäufe. Einiges kommt unter der Woche ja aus anderen Super- und Getränkemärkten noch hinzu. Aber dieser Einkauf zeigt auf fast 70 cm hübsch aufgelistet, wie sich der Einkauf zusammensetzt.
Wir haben aus den 163,24 Summenwert zwei Zwischensummen von je
44,66 € (37,53€) für alle Waren inklusive 19% Mehrwertsteuer und
118,58 € (110,82€) für alle Waren inklusive 7% Mehrwertsteuer
ausgewiesen. (Nettobeträge in Klammern. )
Nach der Theorie von Prof. Peffekoven können Verbraucher und der Bund als Steuerempfänger von der Variante profitieren, wenn die Mehrwertsteuer von 19% um drei Prozentpunkte gesenkt wird und die vergünstigte Mehrwertsteuer von 7% aufgehoben und ebenfalls auf 16% angehoben wird.
Die Praxis zeigt in diesem Beispiel:
Wenn wir beide Nettobeträge aus der oberen Auflistung auf 16% Mehrwertsteuer setzen, erhalten wir 43,53€ und 128,55€ als Bruttobeträge, die in der Summe 172,09 € als Endbetrag ergeben.
Es ergibt sich eine Differenz von 8,86€ . Es wird offensichtlich schon bei diesem Wocheneinkauf teurer.
Irgendwie nicht so verbraucherfreundlich. Gehe ich jetzt mal von einem durchschnittlichen vierwöchigen Monat aus, gebe ich monatlich dann ca. 36 Euro mehr aus. Das aber nur bei dem Wocheneinkauf. Die kleinen Einkäufe unter der Woche, bei denen fast ausschließlich nur Lebensmittel (wir erinnern uns – die werden ja von 7 auf 16 % Steuer angehoben) gekauft werden, dürfte die Mehrbelastung bei meiner Family und Verbraucher mit ähnlichen Einkaufszetteln auf gut 50 Euro monatlich steigen.
Wie kompensiert man das. Gehen wir mal von den steigenden Krankenkassenbeiträgen aus, die morgen garantiert beschlossen werden, kann man sich unschwer ausrechnen, dass die Privathaushalte extremen Mehrbelastungen ausgesetzt werden.
Irgendwie keine gute Idee.
Sicher kommen jetzt diejenigen, die behaupten werden, Technik, Autos, Brennstoffe etc werden auch günstiger. Das mag sein. Nur habe ich Technik ohne Ende, Autos brauche ich vorerst keine neuen und Brennstoffe – vielleicht zünde ich ja mal was an.
Der Verbraucher wird die Mehrkosten durch Konsumverzicht (wenn denn möglich) kompensieren müssen. Ob das dann wirklich die erhofften Milliarden in die Staatskasse spült, bleibt abzuwarten.
Bleiben wir doch so lange es geht, beim bewährten System.
Findet jedenfalls
//B.G.
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