Alle Jahre wieder… Kleiner Knigge für die Weihnachtsfeier
Geschrieben am: 11. November 2008 in Jobpraxis, Karrieretipps
Schlagworte dieses Artikels: Anstand, Betriebsfest, Feier, Knigge, Weihnachten, Weihnachtsfeier
“Ich glaub es geht schon wieder los…” – Nicht ganz weihnachtlich aber doch immer wieder auf’s neue schafft man es in vielen Unternehmen zum betrieblichen sit-in. Und alle Jahre wieder sorgen solche Art Veranstaltungen oft für Gesprächsstoff bis in den Februar. Wir haben einen kleinen Knigge für die (Ihre) Weihnachstsfeier erstellt, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.
Knigge für die Weihnachtsfeier
Fakt ist: Weihnachtsfeiern sind wichtig. Wichtig für kollegialen Zusammenhalt, ein Event für die Bildung von Freundschaften oder einfach nur für den Austausch von Namen und Ansichten. Es gibt durchaus Unternehmen, wo niemand den anderen kennt und keine Gelegenheit ist besser, den Telefongesprächspartner aus der Buchhaltung mal persönlich kennenzulernen.
Fakt ist auch: Fehlverhalten auf Weihnachtsfeiern sorgen in vielen Unternehmen auch für Gesprächs- und Lästerstoff bis hin zum Februar. Weihnachtsfeiern können Karrieren zerstören oder fördern. Was auf Sie zutrifft, bestimen Sie selbst.
Wie Sie diese Hürde erfolgreich umschiffen, soll Ihnen unser kleiner Knigge erzählen.
Eine Weihnachtsfeier ist meist eine betriebliche Veranstaltung. Sie sind während dieser Feier (egal wieviel Alkohol Sie genossen haben) versichert. Es gelten allerdings auch alle Regelungen aus dem Arbeitsvertrag. Also die Regelungen zum Umgang mit Betriebsmitteln, miteinander etc.. Als betrieblich gilt die Feier in der einschlägigen Rechtssprechung in der Regel solange wie der Chef anwesend ist.
Eine Teilnahme an der Weihnachtsfeier ist ein ungeschriebenes Gesetz. Nur absolut unabdingbare Gründe können Sie davon befreien. Kommen Sie nicht, können Sie schnell als eigenbrödler und nicht teamfähig eingestuft werden. Ebenso sind die Miesepeter auf Feiern ebenso unbeliebt wie Partylöwen oder Löwinnen. Das gut aufgestellte Mittelmaß ist hier der Messwert.
Vorgesetzte kombinieren das gemütliche Essen in der Runde gerne mit einem Resüme des vergangenen Jahres. Wer ist neu? Wer ist weg? Was liegt an. Die kleine Rede sollte allerdings nicht mehr als 10 Minuten betragen. Andere Vorgesetzte nutzen derweilen die Weihnachtsfeier auch dazu, Mitarbeiter loszuwerden. Wir berichteten hier. Aber in der Regel ist es ein gemütliches Beisammensein und Kennenlernen wo auch mal über Meinungen gesprochen werden kann. Beachten Sie aber nachfolgende Regeln, damit Sie nicht nach der Feier Gespräch sind.
- Kleidung – Dem Anlaß entsprechend, lieber etwas konservativ als zu freizügig. Jeans und Hemd geht auch mit Kravatte (bitte nicht Mickey Mouse – Die verleitet dazu, zu später Stunde als Stirnband getragen zu werden). Damen kleiden sich (wie immer) chic aber nicht freizügig.
- Essen - Es ist ein gesellschaftliches Event. Der Chef schaut hier oft bewusst oder unbewusst hin und sieht, wer Tischmanieren hat, oder wer das Buffet abräumt oder wer sich gar was in die mitgebrachten Tüten steckt für den Hund. Hier wurde auch schon oft entschieden, wer dazu taugt, den Chef bei der nächsten Dienstreise oder bei Wirtschaftlichen Verhandlungen zu begleiten. Also immer schön mit Messer und Gabel oder für den Fall des servierten Fingerfoods immer schön abwischen.
- Trinken - Ja, ja der Alkohol. “Also ich habe keine Probleme mit Alkohol. Nur ohne.” Gute Vorsätze gibt es bei jeder Feier. Halten Sie sich daran. Ein Vollrausch oder ein stark eingeschränktes Bewegungsumfeld ist weder gut für die Feier noch für die Karriere. Es wird von so vielen Leuten gesehen. Mehr als 60% derer merken sich das auch. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nichts trinken sollen. Lehnen Sie aber spätestens das 5. Bier ab.
- Er, Sie, Es und Du – Bei der Weihnachtsfeier erhält man unzählige DU-Angebote. Von Kollegen sollten Sie das annehmen, aber darauf achten, dass im Unternehmen trotzdem Sie angesagt ist. (Beispielsweise bei Kontakt mit Kunden oder unbeteiligten Personen) Sollte der Chef ein DU anbieten, auch wenn er schon etwas angeglüht hat, nehmen Sie es an. Verärgern Sie ihn jetzt nicht, vergessen Sie das Du aber, denn am nächsten Arbeitstag ist er wieder Chef und das Du meist nichts wert. Wenn er dann das Du beibehält ist alles prima und es kann so bleiben.
Die absoluten No-Go’s auf einer Weihnachtsfeier:
- betriebliches (1) - Schaffen Sie auch durch die Themenwahl Abstand vom Alltag und Verbesserungsvorschläge sind jetzt falsch am Platz.
- betriebliches (2) - Kritiken an der Administration und die Frage nach Gehaltserhöhungen sind ebenso tabu. Gerade auch bei vorgeschrittener Stunde und Alkoholgenuß gilt der Spruch des Pinguins: “Wenn man keine Ahnung hat – Einfach mal die Fresse halten.”
- politisches - Menschen sind verschieden und deren Einstellungen auch. Verursachen Sie jetzt keinen Disput über die Lage der Welt und wie man Sie besser macht. Besonders die Kombination mit Parteiphrasen ist ein No-GO!
- Mitbringen von Personen, Tieren, etc. - Also, alles schon vorgekommen. Tiere bleiben zu Hause! Bei Ehepartnern oder Lebensgefährten nur, wenn diese auch eingeladen wurden. Kinder, nur wenn diese auch eingeladen wurden. Haben Sie keine Aufsicht, haben sie einen triftigen Grund nicht zu kommen. Sie dürfen deswegen aber auch früher gehen. Verwandschaft und sonstige Freunde bleiben ebenfalls zu Hause. Dritte haben (obacht: auf einer betrieblichen Veranstaltung) nichts zu suchen.
- Gruppentreffen - Ist ja manchmal wirklich wie beim Jugendtanz im Ferienlager mit 13. Jungs auf der einen Seite und die Mädchen woanders. Vermeiden Sie Gruppenbildung (auch Abteilungsweise). Falls Vorgesetzte eine Gruppe bilden, mischen Sie sich da nicht ein. Das soll so.
- Klatsch und Tratsch - TABU! Sowieso. Das sogenannte “Unterschichtenfernsehen” sollten Sie besser lassen. Man weiß nie, wer das mal warum gegen Sie verwendet.
- Trink- und andere Partyspiele - Vergessen Sie es. Verlesen Sie lieber lustige Mails oder präsentieren Sie lustige Videos aus dem vergangenen Jahr, die aus dem Unternehmen stammen. Aber bitte ohne jemanden zu schaden.
- Komasaufen – Alkohol, wie bereits erwähnt, nicht in Massen sondern in Maßen. Das gilt für Frauen wie für Männer.
- Flirten und Abschleppen - Lieber nicht. Während der Kerl hinterher noch als Hengst in der Firma durchgeht oder als Ladykiller sich einen Status erwirbt, wird aus der Nummer bei der Frau eher die Büroschlampe und das leichte Flittchen. Der Ruf klebt mindestens ein Jahr! Also nicht abschleppen und auch nicht abschleppen lassen! Auch beim flirten mit den Vorgesetzten sollten strenge Tabus gelten. Weibliche Vorgesetzte verlieren den Status und damit Glaubwürdigkeit wenn diese mit “Untergebenen” abziehen, männliche Vorgesetzte haben es dann leichter aber können auch den Ruf bekommen, bei dem muss man sich hochschlafen. Bei den “Untergebenen” hat es auch der Mann wieder leichter, der die weibliche Vorgesetze “geschafft” hat. Wenn er auch keine Karriere machen wird, wird es doch in der Firma als indianischer Titel “Der, der die Chefin kriegte” honoriert. Die Dame hat hier wieder ein riesiges gesellschaftliches Problem. Die wollte sich Hochschlafen. Und irgendwie komme ich wieder 10 Zeilen höher und bin wieder bei Büroschlampe und Flittchen.
- Tanzen - Tanzen ist auf einigen größeren Weihnachtsfeiern auch möglich und erwünscht. Wenn Sie es können, haben Sie klare Vorteile. Sollten Sie feststellen, dass der Vorgesetzte es kann, dürfen Sie auch um ein Tänzchen bitten. Falls er nicht tanzt: Nicht auffordern. Sie könnten ihn blamieren oder bloßstellen und das wollen Sie doch nicht. Oder? Absolute No-Go’s: Verzichten Sie auf Stiptease, Luftgitarreneinlagen oder die besagte Kravatte an der Stirn. Auch die Schuhe sollten anbleiben.
So. Das soll auch erstmal reichen. Wenn Sie sich auch auf der Weihnachtsfeier an die elementarsten Verhaltensregeln und Umgangsformen halten, wird alles gut und Sie zeigen gesellschaftliches Know-how.
Wir wünschen viel Spaß bei Ihrer Weihnachtsfeier.
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