Arbeitslosenzahlen Oktober 2008 – So tief wie nie zuvor!
Geschrieben am: 30. Oktober 2008 in Arbeitsmarkt, Arge & Hartz IV
Die Arbeitslosenzahlen rauschen durch die Nachrichtenticker und welch Wunder: Die Auswirkungen des Finanzmarktes in den letzten drei Wochen haben den Arbeitsmarkt noch nicht getroffen. Alles sieht noch sehr stabil aus. Aber auch BA-Chef Weise sieht den Tunnel und die gefahren eines konjukturellen Abschwungs schon für die nächsten Quartale kommen. Lesen Sie auch den ganzen Artikel.
Weniger Arbeitslose
Erstmals unter 3 Millionen aber der Tunnel kommt
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland sank erstmals seit 16 Jahren wieder unter die magische Marke von drei Millionen. Mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 84.000 auf 2,997 Millionen erreicht die Bundesrepublik einen der tiefsten Stände seit der Wiedervereinigung. Kein Grund zur Klage, könnte man meinen, sind doch im Zuge der Finanzkrise die Märkte stark in Bewegung und wenn sich auf dem Arbeitsmarkt eher eine Verbesserung einstellt, stehen wir wohl sehr stabil da.
Mit einer Quote von 7,2% stehen wir zwar besser da als noch im letzen Jahr. Dort hatten wir einen ganzen Prozentpunkt mehr zu verzeichnen, aber so ermutigend ist der Wert jetzt auch nicht. Die große Finanzkrise an den Börsen hat sich zwar über Monate abgezeichnet, wirkt sich aber erst seit gut 3 Wochen auf den Markt aus. Kurzarbeit und aktuelle Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit (z.B. Zeitarbeitsbranche) werden erst im nächsten Monat Berücksichtigung finden. So bleibt wohl genug Luft für die BA, den Menschen eine solide und stabile Arbeitsmarktpolitik zu vermitteln. “Im Oktober zeigten sich noch keine gravierenden Auswirkungen der konjunkturellen Abschwächung und der Lage an den Finanzmärkten auf dem Arbeitsmarkt”, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise. Auch der vielgepriesene Fachkräftemangel wird wieder von Weise ins Spiel gebracht.
Eine Ursache des Rückganges ist auch auf die Verstärkung im Sektor Lehrstellen zurückzuführen. Viele Schulabgänger fanden jetzt noch eine Lehrstelle und konnten somit aus der Statistik herauskommen. BA-Chef Weise sieht aber auch einen Tunnel, in den wir einfahren könnten, wenn sich die aktuelle Abschwächung der Konjunktur weiter verstärkt oder anhält. Die aktuellen Kurzarbeitsmeldungen verzeichnen da ein ganzes Heer an potentiellen Arbeitslosen. Mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen rechnet Weise aber erst für die zweite Hälfte 2009. Auch für den November rechnet Weise noch mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen.T
endenziell 2,7% ? Wäre ja fast zu schön um es zu glauben. Mit dem Einbruch erst im Sommer rechnen wir spekulativ mal nicht. Das könnte durchaus schon viel früher passieren. Februar vielleicht. Bundesarbeitsminister Scholz kündigte derweil an, dass das Kurzarbeitergeld von derzeit 12 auf 18 Monate verlängert werden wird.
Die Verbesserung der Zahlen vermittelt dem Betrachter eine sehr stabile Wirtschaft, die fast von den Ereignissen an den Wirtschaftsmärkten der Welt abgekoppelt scheint. Wahr ist, dass die Unternehmen auf dem Markt nicht so überzeichnet sind wie in Amerika, aber Kurzarbeit in der Automobil- und Zuliefererindustrie, Exportschwierigkeiten und der massive Auftragswegfall im Exportsektor sowie die Einsicht Chinas auch langsam aber sicher rückläufige Zahlen zu erreichen zeigen, dass der Gesamtmarkt immer im Auge behalten werden muss. Gut, die Zahlen kann nun jeder interpretieren wie er will. Wir haben unsere Meinung und Ansicht und andere eben andere. Dafür ist das Internet ja da. Wir sehen hier aber auch die Märkte wie Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel und den Dienstleistungssektor. Wenn aktuell aus der produzierenden Industrie Werktätige zu Hause bleiben dürfen, werden dort in obigen Bereichen im nächsten Frühjahr Umsatzeinbußen zu verzeichnen sein, an die jetzt vielleicht keiner denkt.
Interessanter werden sicherlich die Zahlen Ende November werden. Dann wird sich zeigen, wie stabil die Wirtschaft wirklich aufgestellt ist und ob sich die Konsumflaute doch negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken kann.
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