Arbeitsmarktzahlen Deutschland September 2009
Geschrieben am: 2. Oktober 2009 in Arbeitsmarkt, Arge & Hartz IV
Schlagworte dieses Artikels: 2009, Arbeitslosenzahlen, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktzahlen, BA, September
Die Arbeitsmarktzahlen für den September sind da und irgendwie gingen diese in der Nachberichterstattung zur Bundestagswahl fast unter. Wie sieht es aus? Was kommt und wie stehen die Prognosen für den Arbeitsmarkt in Deutschland?
Arbeitslosenzahlen Deutschland September 2009
Es ist schon interessant zu lesen, dass die Bundesagentur einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in diesen Monaten immer mit Herbstbelebung tituliert. Sicher, ein Mini-Aufschwung ist unterwegs, doch aus der Krise sind wir noch lange nicht heraus. Sicher starten in den Herbstmonaten immer neue Projekte, viele Unternehmen sind etwas vom Sparzwang abgerückt und in Teilen sind viele Mitarbeiter wieder in die Vollbeschäftigung aus der Kurzarbeit zurückgekehrt. Aber es gehen auch wieder etliche tausend Jobs sprichwörtlich flöten. Tourismusindustrie und Gastgewerbe sind hier die Treiber der Negativstatistik. Alles saisonal bedingt und normal für eienn September.
Mit 125.000 Personen weniger in der Arbeitslosenstatistik und damit einen reduzierten Stand auf 3.346.000 Menschen ohne Job, stehen wir in Deutschland noch recht gut da. Die Quote liegt noch bei 8%. In den USA sieht es derzeitig schon deutlich anders aus. Dort kostet die Krise gerade erst richtig Jobs.
Mit der neuen schwarzgelben Regierung kann es aber ganz schnell auch anders aussehen, stehen doch CDU und FDP in der neuen Regierungskoalition nicht gerade für Mindestlohn, Verbesserung im Bereich Hartz IV und die Besteuerung von Kapital. England macht es gerade vor. Die Britischen Sparmaßnahmen im Bankensektor veranlassen gerade Fonds zum Umzug. Ziel ist hierbei das schöne Schweizer Albenland. Dort locken günstige Steuern und die britischen Finanzunternehmen nehmen den Großteil der Mitarbeiter gleich mit. Ob das auch in Deutschland schule macht werden wir sehen. Das Ende der Abwrackprämie wird ebenfalls in den nächsten Monaten für einen Rückgang von Mitarbeitern im Vertrieb und in der Automobilproduktion und respektive auch bei den Zuliefererunternehmen sorgen. Der Markt brach schon in den ersten 4 Wochen um fast 50 Prozent ein. Es war zu befürchten und nicht nur von dieser Seite vorhergesagt. Die Abwrackprämie war nur ein Instrument das grundlegende Problem zu verschieben, nicht es zu lösen.
Eine Prognose des Internationalen Währungsfonds IWF, der sich auch der der Bundesbank anschließt, spricht bereits von möglichen 11% Arbeitslosigkeit in Deutschland in den kommenden Jahren. Nachzulesen bei Interesse gerne hier im Manager-Magazin. Düstere Aussichten. Einzig, BA Chef Frank-Jürgen Weise sieht Deutschland keineswegs auf dem Weg zu mehr als 5 Mio Arbeitslosen in den kommenden Monaten und nächsten zwei, drei Jahren. Ebenfalls hier im Manager-Magazin nachles- aber für mich nicht ganz nachvollziehbar.
Mit ca. 260.000 Arbeitslosen mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres ist aber trotzdem ein Anstieg zu erkennen, und die Schönrederei der Agentur und die dubiosen Statistikangaben kennen wir ja bereits zur Genüge. Konjunkturelle Kurzarbeit für knapp 100.000 Personen darf dabei auch nicht ausserhalb der Betrachtung bleiben. Entlastend wirken sich Kurzarbeit und weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und auch das rückläufige Arbeitskräfteangebot auf die Zahlen aus. Jeder Kurzarbeiter könnte problemlos auch schnell ein Fall für die Arbeitsmarktstatistik werden.
Die Konsumenten hingegen geben noch immer das aus, was sie haben. Allerdings gezielter als sonst. Der Einzelhandel zeigt sich grundsätzlich zufrieden und blickt auf ein nahendes Weihnachtsgeschäft. Wer noch einen Job hat, so Experten in diesem Bereich, konsumiert weiter.
Wer allerdings auf der Suche nach einem Job ist, wird es künftig noch schwerer haben, etwas adäquates zu finden. Viele Bewerber werden sich mit Einschnitten im Lohn gegenüber des vorherigen Arbeitgebers zufrieden geben müssen. Auch die Unterstützungsleistungen der Arbeitsagenturen werden merklich ansteigen.
Quelle: BA – Pressemeldung
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