Ausbildereignungsprüfung – praktische Unterweisungsprobe nach AEVO
Geschrieben am: 16. Dezember 2008 in Ausbildereignung
Schlagworte dieses Artikels: AEVO, Ausbildereignung, Ausbildereignungsprüfung, Ausbildung der Ausbilder, praktische Lehrunterweisung, Unterweisung, Unterweisungsprobe
Die Prüfungsordnung nach AEVO für die Ausbildereignungsprüfung schreibt vor, dass nach der schriftlichen Prüfung in der Ausbildereignungsprüfung auch der fachpraktische Teil zu bewerkstelligen ist. Die Ausbildung der Ausbilder bietet hier die Möglichkeit, im Rahmen der eigenen beruflichen Qualifikation, eine Unterweisungsprobe für die praktische Unterweisung von Auszubildenden zu schreiben.
Klingt einfach, ist aber doch recht kompliziert, wenn man a) aus der Materie ist und b) viel zu praktisch denken kann. Oder haben Sie schon einmal versucht, einen praktischen 1-Minute-Vorgang auf 15 DIN-A4-Seiten zu verpacken und darüber 15 Minuten zu referieren. Einige Tipps zur praktischen Unterweisungsprobe finden Sie in diesem Beitrag.
Unterweisungsprobe in der praktischen Ausbildereignungsprüfung
Die fachpraktische Prüfung mit der Unterweisungsprobe nach AEVO
Mit dem bestehen der schriftlichen Prüfung ist die Ausbildereignung noch lange nicht erledigt und da uns das auch gleich selbst noch betrifft, haben wir heute gleich noch einen Beitrag zu diesem Thema erstellt, der Ihnen für den Fall der eigenen Ausbildereignungsprüfung nützlich sein könnte.
Die Tücke liegt eigentlich daran, dass man nur einen kleinen Teil einer Ausbildung unterweisen soll. Dies dafür aber in einem gewissen Zeitrahmen, der je nach der prüfenden Stelle mit 15 bis 20 Minuten festgelegt ist. Das klingt wenig, kann aber unter Umständen sehr lang sein oder eben auch viel zu kurz.
Haben Sie schon einmal versucht, einen praktischen 1-Minute-Vorgang auf 15 DIN-A4-Seiten zu verpacken und darüber 15 Minuten zu referieren. Es gibt eine große Webseite im deutschsprachigem Raum, welche Unterweisungen aus verschiedenen Berufen darbietet. Allerdings nicht kostenlos und soviel kostenloses gibt es in dieser Richtung auch nicht im Netz. Verständlich. Wenn man die Arbeit einmal gemacht hat, will und soll auch jeder Autor daran verdienen. Als Ideengeber und Schreibvorlage sind die dort hinterlegten gut zu gebrauchen. Man kann diese dann für den eigenen Bedarf anpassen. Die Preise sind recht human. Zwischen 6 und 15 Euro muss man für verschiedene Unterweisungen berappen.
Ihr, als angehende Ausbilder könnt Euch sicher sein, dass IHK und Handwerkskammer, gleich an welchem Ort, Budget für den Ankauf solcher Lehr- und Unterweisungsproben haben und Duplikate sofort erkennen. Selberschreiben und abändern ist angesagt!
Es gibt zwei Hauptprobleme bei der Erstellung der schriftlichen Unterweisungsprobe in der Ausbildung der Ausbilder. Die einen denken zu praktisch und kommen so mit der Zeit nicht hin und die anderen denken zu theoretisch und überziehen extrem und passen in keinem Fall in irgendein Zeitfenster. (Das vom Prüfungstag vielleicht von 0:00 bis 24:00Uhr vielleicht.
)
Es ist eine kleine Kunst, einen Sachverhalt aus der realen Berufspraxis 15 Minuten lang darzulegen, wenn er doch nur einige Minuten dauert. Hier hilft in der praktischen Unterweisung das Vormachen und mehrfache nachmachen dessen. Noch mehr Kunst ist es, diesen auch noch schriftlich auf 12 bis 16 Seiten darzustellen. Im Vorteil ist hier derjenige, der einen Sprechjob hat. Kaufleute oder Menschen im Büro mit längeren Telefonaten können hier Vorteile gut ausspielen und viel umschreiben.
Eine weitere Kunst für die Theoretiker ist es, kleiner zu denken. Die Themenfindung gestaltet sich da noch recht einfach. Während einer Lehrausbildung, und die hat schließlich jeder Teilnehmer der Ausbildung der Ausbilder gemacht, gibt es ja soooo viel, was unterwiesen werden könnte. Dumm nur, dass man nach einigen Jahren nur in Oberkategorien denkt und die Feinheiten der einzelnen Bereiche nicht sofort schlüssig werden. Hier hilft ein Um-die-Ecke-denken der Prüflinge. Aus dem großen Themengebiet eine kleine Unterweisung finden, die in den Zeitrahmen passt. Beispiel Gastronomie: Nicht das Servieren üben sondern die Falttechnik einer bestimmten Serviettenform.
Weitere Beispiele für praktische Unterweisungsproben:
Köche können beispielsweise das Schneiden von Julienne (Gemüsestreifen) einer Frucht unterweisen und damit das zeitlich passt auch diese dann in Würfel schneiden lassen. Das kommt hin. Haben wir schon oft gesehen. GALA-Fachkräfte können das korrekte Schneiden von Stecklingen an einer Pflanze unterweisen. Auch hier kann der Zeitrahmen durch mehrfaches Vormachen und Üben durch den fingierten Auszubildenden eingehalten werden. Im Restaurantfach empfiehlt sich immer eine Serviettenfalttechnik. Das passt so gut wie immer und kann bei Zeitüberschuss immer wiederholt werden. Auch kann man in der Übungsphase der Lehrlinge Fehler bewußt vorher mit dem Lehrling einbauen.
Eines ist Fakt. Die praktische Unterweisung ist, so denn eine zweite, zu unterweisende Person von der Prüfungskommission gleich mit gefordert wird, immer eine Show. Ein Theaterstück, welches vorher gut und lange eingeübt werden kann.
Geräte können immer vorher angefordert oder selber mitgebracht werden und die Präsentationstechniken können recht lange vorher erstellt werden und auf die zukünftigen Ausbilder angepasst werden. Hier kann die zeitliche Abfolge, die Bereiche Vormachen, Nachmachen und Vertiefen an der 4-Stufen-Methode immer bis zur Vergasung geübt werden. Es empfiehlt sich auch, sich Blätter von Flipchartblöcken vorzubereiten und das in der schriftlichen Version als zu nutzendes Mittel anzugeben.
Wir werden uns des Themas in nächster Zeit noch ausführlicher widmen, wenn wir die kompletten Inhalte eines Kurses zur Ausbildereignugnsprüfung und Hinweismaterial für die praktische Unterweisungsprobe zur Verfügung stellen.
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[...] mit Freudenschrei. Also nun in etwas mehr als 14 Tagen noch die Praktische Lehrprobe für die Unterweisung fertig machen und im Zeitfenster fertig machen. Manuskript wurde ja schon am Prüfungstag [...]