Ausbildereignungsprüfung – schriftlicher Teil Nachlese
Geschrieben am: 17. Dezember 2008 in Ausbildereignung
Schlagworte dieses Artikels: AdA, AEVO, Ausbildereignungsprüfung, Ausbildereigung, Ausbildung der Ausbilder, Vorbereitung zur Ausbildereignungsprüfung
Ganz mies war das Gefühl, nachdem gestern Vormittag das Prozedere der schriftlichen Ausbildereignungsprüfung vorgegeben wurde und irgendwie ist es das auch jetzt noch. Die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Rostock prüfte in der Ausbildung der Ausbilder nach folgendem Schlüssel.
Das Gefühl sagt: Der Geiger hat’s vergeigt
AdA-Prüfung wie sie nicht sein sollte.
Die Prüfungsteilnehmer am gestrigen Dienstag waren alle sehr überrascht, als das Prüfungsmaterial auf dem Tisch lag.
20 Multiple-Choice-Fragen, die jeweils nur einen halben Punkt gaben.
7 offene Fragen, die zusammen 90 Punkte erreichen sollten.
Na, prima.
Da war schon bei 3 von 9 Teilnehmern klar, dass die Prüfungsvorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung beim BZNO in Stralsund wohl voll gegen den Baum gegangen ist, da fast ausschließlich Multiple-Choice-Kästchenspiele aus den Ü-SAPA-Prüfungsbögen vom IFA-Verlag getestet wurden. Letztere bietet diese für 1,59 € je Bogen auf seiner Homepage zum Kauf an. Allerdings kann man sich das Geld auch sparen, denn was es im Netz zu kaufen gibt, ist garantiert auch nicht dran.
Schon vor Prüfungsbeginn wurde den Teilnehmern das Antragsvormular für die Nachprüfung gereicht. Besser ist das wohl auch gewesen. Die Gruppenprognose lautet, man sieht mindestens 8 von 9 zur Nachprüfung. Die vorzubereitenden praktischen Unterweisungen wurden bereits vor Ort abgegeben. Ob man die so schnell wieder benötigt bleibt dahingestellt.
Man überlegte ernsthaft, die Prüfung nicht anzutreten um den Status Quo nicht zu verlieren und nach nochmaliger Vorbereitung erst teilzunehmen. Aber wie das mit dem Gruppenzwang so ist, ging keiner freiwillig und so stellten sich alle 9 der Herausforderung. Da aus dem vorangegangenen Kurs zur Ausbildereignungsprüfung im BZNO Stralsund von 11 Teilnehmern auch 10 durchgefallen sind und dies bereits bekannt war, war die Motivation bereits im Eimer und der Grund für alle erkennbar.
Wer geglaubt hatte, dass der Kurs mit der überwiegenden Multiple-Choice-Technik abzuarbeiten gewesen wäre wurde nun herb enttäuscht und musste Wohl oder Übel mit den offenen Fragen kämpfen. Schon die Ankreuzfragen hatten es in großen Teilen in sich, da diese Themen umfassten (Berufsgrundbildungsjahr, etc), die nicht behandelt wurden. Zudem waren, wen wunderts noch, Fragen enthalten, die direkt auf Handwerksberufe zugeschnitten waren. Dummerweise war keiner der Prüfungsteilnehmer aus diesem Bereich und die Lösung entsprechend nur durch “Raten Sie mal” festzusetzen.
Die offenen Fragen sind eine sehr unbeliebte Prüfungsgeschichte. Hier muss interpretiert werden, was der Prüfungsausschuss hören, bzw. lesen will. Hätte man vorher vielleicht üben sollen. Während des Kurses wurde beim BZNO in Stralsund nur einmal ein Bogen mit offenen Fragen geschrieben. Aber selbst die offenen Fragen der Prüfung waren sehr Handwerksspezifisch und wer nicht aus der Branche kommt, hatte bei einigen Sachen das nachsehen. Methode “Aus-den-Fingern-saugen” war angesagt. Schnelligkeit war auch zweitrangig und fast alle mussten über die komplette Zeitvorgabe von 3 Stunden gehen. Das Ausfüllen eines Ausbildungsvertrages mit wenigen vorhandenen Eckdaten, von denen einige auch als Falsch erkannt werden mussten und Aufgaben zur Stellungnahme der falschen Zusatzvereinbarungen waren noch das leichteste in der Nummer. Der Rest war viel Pädagogik wie zB:
- “In der Berufsausbildung durchlaufen Jugendliche verschiedene Phasen der persönlichen Entwicklung. Nehmen Sie dazu Stellung.” Was wollen die hören?
- “Beschreiben Sie die grundsätzlichen Eigenschaften des Ausbildungs- und Führungsstils und nehmen Sie dazu Stellung.” Welcher Stil bitte?
- “Beschreiben Sie Ihren Führungsstil und nehmen Sie dazu Stellung.” (Hier sollte man lieber vermeiden zu schreiben, dass der Auszubildende am liebsten mit der Peitsche zur Arbeit getrieben wird.
)
Noch einiges an pädagogischem Kram, der derzeitig noch in den tiefen schwarzen Löchern der Gehirnwindungen verschwunden ist und im Kurs bestenfalls nur angerissen wurde rundete das Chaos ab. Sobald der wieder auftaucht, gibt es das hier natürlich auch in dieser Kategorie gepostet. Mein Gefühl sagt ersteinmal, dass ich mir die praktische Unterweisung wohl schenken kann.
Das Bauch- und das Kopfgefühl sage: Vergeigt und schon mal vorsichtig und langsam auf die Nachprüfung vorbereiten. Letztlich bestärkt es uns in der Idee, Kursmaterialien und Lerninhalte hier online zur Verfügung zu stellen, damit andere aus Fehlern lernen können.
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[...] hatte ja < hier > bereits berichtet, dass der Kurs zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung beim [...]
Danke,
jetzt habe ich nóch mehr Prüfungsangst!
Grüße
Hallo Bianca,
Nur keine Angst davor. Der geschilderte Fall – mein eigener – war ein Extrem, welcher so eigentlich nicht passieren sollte.
Normalerweise läuft das etwas ordentlicher ab.
Wir wünschen Dir viel Glück.