Auswandern auch in anderen Ländern populär! Beispiel: Polen
Geschrieben am: 16. Oktober 2008 in Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Auswandern, Jobsuche, Polen, Wirtschaft
Auswandern ist gar keine Erfindung und gar kein Zwang der Deutschen. Nein, überhaupt nicht. Andere Länder sind uns in den letzten Jahren damit weit voraus. Während sich in (bzw. aus) Deutschland nur ca. 160.000 Menschen aus dem Staub gemacht haben, und die Quote damit dür die letzten Jahre noch recht gering ist, geht es in anderen Ländern ganz anders und viel schneller ins Ausland. Am Beispiel Polen wollen wir dies mal beleuchten. Was der Region wiederfährt, lesen Sie in diesem Beitrag.
Auswanderungstrend auch aus Polen ungebrochen
Der junge EU-Mitgliedstaat gehört zu den Boom-Nationen in Europa. Günstige aber steigende Lohnkosten, Bedarf in allen Bereichen und natürlich die EU-Anbindung und als Flächenland auch die Brücke in die russischen Märkte. Eine ideale Konstellation. Sprach man vor 1 1/2 Jahrzehnten noch von den blühenden Wiesen in den neuen Bundesländern, entstehen diese jetzt vielerorts tatsächlich. Allerdings hinter der Grenze. Neubaugebiete und Wirtschaftsaufschwung überall.\r\n\r\nPolen wurde bereits mehrfach als drittbeliebtestes Auswandererland für deutsche gewertet. “Marek immer Arbeiten, Marek immer fleißig.” – Dieser Spruch aus der TV- Serie ein “Schloss am Wörthersee” trifft eben tatsächlich auf viele Polen zu und ….
… sie hauen ab. Zu Hunderttausenden sind sie bereits unterwegs in ganz Europa. Beliebteste Ziele? England, Irland, Norwegen, Schweden, Dänemark und auch Finnland. Aber auch Österreich und die Schweiz sind Hauptarbeitsplätze. Allein in England haben sich seit 2004 mehr als 250.000 Polen als Arbeitsimigranten gemeldet und einen Job gefunden. Dies entspricht ungefähr einem viertel (25%) aller eingewanderten Arbeiter. Das gefällt den Engländern zwar weniger, doch schätzen diese die hohe Leistungsbereitschaft der Gastarbeiter. Es ist im Prinzip das selbe Prinzip wie bei Deutschlands Wirtschaftswunder in den 50ern. Als alle Fachkräfte fehlten und vor allem Hilfskräfte rar waren, musste man eben auch auf Türken, Griechen oder Italiener zurückgreifen. Was die Polen in England und anderswo noch sympatisch macht? Sie gehen wieder. Das meinen wir hier keineswegs rassistisch. Aber wann immer sie können, fahren Sie in die Heimat. Wir sehen es jedesmal, wenn wir selbst von Schweden nach Deutschland fahren oder eben umgekehrt. Mit im Gepäck: Sperrmüll aus der Wohlstandsregion.
Inzwischen haben viele ausgewanderte Polen im Gastland ein eigenes berufliches und privates Netzwerk geknüpft und das eigene dabei zu Hause auch auf der Strecke gelassen. Polnische Behörden vermuten derzeitig, dass mehr als 100.000 Kinder zurückgelassen in Heimen leben müssen, bzw. wenigstens auf einen Elternteil verzichten müssen und somit auch Migrationsweisen genannt werden. Diese Tendenz will die polnische Regierung nun mit gesetzlichen Regelungen beenden und arbeitet auch an Konzepten, die Landsleute wieder in das eigene Land zurückzuholen. Fachkräfte werden eben gebraucht. Auch in Polen, wo der Lohn eben noch nicht so gut ist.
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