Autobauer im Sparzwang – Jetzt auch Daimler, BMW und Toyota
Geschrieben am: 28. Oktober 2008 in Arbeitsmarkt, Jobpraxis
Es war fast zu erwarten gewesen. Während bei Opel in Bochum und Eisenach die Bänder geputzt und gewartet werden, trifft es jetzt auch die, die es sonst nicht ganz so hart erwischt. Erfolgsverwöhnte
Autobauer von Toyota machen erstmalig seit 7 Jahren Minus und auch BMW will einige Tage mit der
Produktion pausieren. Ebenso nicht auf Halde produzieren will Daimler und verhandelt mit dem
Betriebsrat über einen gleich 4 bis 5wöchigen Produktionsstopp. Gut, wer jetzt was auf dem
Arbeitszeitkonto hat. Lies mehr.
Die Autoindustrie reagiert schnell und nachhaltig. Produktionsstopp oder teilweiser Schichtausfall sind Maßnahmen, die die entstehende und auch gefährliche Überproduktion senken können. Hier zeigt sich, wie flexibel ein Unternehmen in Zeiten mit Auftragsrückgang ist und: Es zeigt sich auch, wie gut die Arbeitszeitmodelle für die Mitarbeiter sind. Taugen die Arbeitszeitkonten was oder reicht es nicht aus und machen die Mitarbeiter am Monatsende minus auf dem Lohnzettel?
Arbeitgeber sind immer bestrebt, ohne mediales Aufsehen und auch ohne Einbußen für die Mitarbeiter, das gewünschte zu erreichen. Daimler möchte beispielsweise seine Produktion um 45.000 Fahrzeuge senken um den mangelnden Absatz auszugleichen. Dabei wird natürlich der Betriebsrat gefragt. Als Zeitraum wird der verlängerte Weihnachtsurlaub genannt. Grund? Weihnachten ist für Autobauer eh nicht der riesige Absatzmarkt. Man sagt zwar “Ich kauf mir zu Weihnachten ein neues Auto.”, bestellt es dann aber so, das es rechtzeitig vorher da ist. Autoverkäufer haben zu dieser Zeit recht wenig zu tun. Auch will kaum einer bei Schmuddelwetter und Weihnachtsstess nach einem neuen fahrbaren Untersatz suchen.
Für Daimler die ideale Zeit, “die Hallen zu putzen”. Daimler profitiert dabei auch von der Tatsache, dass Luxus bei allem Gerede von Krise und Finanznot noch immer in ist. Riesige Absatzmärkte wie Russland und China haben sich erschlossen und auch wenn da auch das eine oder andere Investorenkonto wackelt ist die Nachfrage nach Autos Made in Germany noch sehr hoch. So kann man eben die Produktionspause halbwegs bequem in den Jahreswechsel legen.
In dieser Woche stehen die Räder im Leipziger BMW-Werk still und Volvo, als Beispiel aus Skandinavien, hatte in der LKW-Produktion bereits im September die Notbremse gezogen und knapp 4000 Arbeiter in Schweden und Belgien nach Hause geschickt. Grund waren hier die fehlende Kreditvergabe an Speditionen und somit letztlich Absatzprobleme. Opel schafft diesen Spagat durch eine andere Zielgruppe und andere Absatzmärkte nicht ganz so.
Pause im Automobilwerk? Das kann eine ganze Region hart treffen. Kerstin Wintermeyer hat in Ihrer Reportage für die Super-Illu Eisenach besucht, als die Bänder
schon standen. Merkt die Umgebung wie Handel und Dienstleistungsbranche schon was oder ist noch
alles beim alten? Antworten finden Sie darauf in Ihrer Reportage auf Super-ILLU.de (Suche nach Eisenach)
Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein neuen Wagen zuzulegen, sollte dies auch tun, insoweit man sicher sein kann, dass die Finanzierung nicht durch den eigenen Arbeitsplatzabbau gefährdet ist. Dicke Rabatte locken jetzt schon und die Preise werden, Prognosen von Automobilexperten zufolge auch nicht weniger werden. Also vielleicht mal einen Rundgang durch die Autohäuser starten und den neuen Traumwagen günstig erstehen?
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