Bewerbungs-ABC – Q wie Quereinsteiger
Geschrieben am: 24. Oktober 2008 in Bewerbungs-ABC
Schlagworte dieses Artikels: Bewerbungs-ABC
Tausende Menschen machen ihre Arbeit. Tausende Menschen machen ihre Arbeit in Jobs, die sie gar nicht gelernt haben. Tausende Menschen sind “Quereinsteiger”. Sie haben es selbst schon zigmal gelesen. “Ideal auch für Quereinsteiger.” Was sich dahinter verbirgt, erfahren Sie in diesem Teil des
Bewerbungs-ABC’s.
Quereinsteiger – Karrierechance oder Abstellgleis?
Kommen Sie als Quereinsteiger wirklich weiter und machen Karriere oder
schadet der Wechsel in einen anderen Job nur?
Man liest es in tausenden Stellenanzeigen. “Ideal auch für Quereinsteiger”, “Gerne auch berufsfremde Bewerber – gründliche Einarbeitung garantiert” etc. Wir reden jetzt bitte nicht von Haustürgeschäften, Kugelschreiber-Zuhause-zusammenbau-Jobs und anderes Jobgedöhns, was wöchentlich in den Stellenanzeigen rumflattert. Prüfen Sie jede Stellenanzeige auf Seriosität (vollständige Firmenadresse, Telefonnummer als normale Festnetznummer, etc.).
Besonders im Vertrieb, Außendienst und in der Hotellerie & Gastronomie hat man die Möglichkeit als Quereinsteiger reinzukommen. Allerdings sollte man hier zwingend darauf achten, dass der gewählte Bereich Ihnen zum einen auch liegt, Sie vielleicht doch irgendwo schon Erfahrung gesammelt haben und dass Sie unter Umständen gerade durch diesen Jobwechsel nicht mehr in Ihren gelernten Beruf hineinkommen und sich vielleicht eine Tür zurück erschweren können. Alle Entscheidungsträger bei einer Rekrutierung (auf deutsch: Personaler und Geschäftsführer) sehen es gerne, wenn der Lebenslauf lückenlos ist und man den Beruf primär nahtlos gelernt und ausgeübt hat. Wer hier ein oder zwei Jahre z.B. Gastronomie oder artfremde Zeitarbeit im Lebenslauf zu stehen hat, wirft einige Fragen auf. Da liegt es dann stark am Interesse des Lesers, ob er die Antworten im Bewerbungsschreiben oder im Lebenslauf findet oder diese von Ihnen persönlich im Vorstellungsgespräch erläutert haben möchte.
Bereiche, die einander ähneln tun sich da nicht so schwer. Beispielsweise kann man innerhalb kaufmännischer Bereiche relativ leicht von Vertrieb in Verwaltung oder PR oder gar Personalwesen wechseln. Hier einen Cut zu machen und in Gastro- oder Montagesservice zu gehen ist
fast schon tötlich für die Karriere. Doch was können die Gründe für diese Einschnitte sein, die
manche Menschen in der beruflichen Entwicklung machen?
- Manchmal ist man doch recht frustriert im Job. Man kommt nicht weiter, hat fast alles schon gesehen oder gemacht oder gar beides und ist auch nicht interessiert daran, dies 20 Jahre am Stück zu tun.
- Man erkennt, dass man mit einem Studium in dem Traumberuf weitergekommen wäre, oder dass ein Studium für das was man möchte Zeitverschwendung ist (ein Grund für Studienabbrecher)
- Man will mehr lernen, mehr wissen und mehr flexibilität.
- Man findet einfach keinen Job und will so etwas überbrücken.
Bei letzterem Punkt sollten Sie sich bei einem erfolgreichen Einstieg intensiv weiter im eigentlichen Job bewerben. Machen Sie den Quereinsteiger-Job zu lange, müssen Sie es im Lebenslauf verzeichen und auch im Vorstellungsgespräch argumentieren. Da wird es dann manchmal knifflig zu beweisen, dass Sie auf keinen Fall im Leistungs- und Wissensstand aus dem eigentlichen Job raus sind.
Bei den ersteren drei Punkten sollte man sich vor dem Wechsel einige Fragen stellen:
- Welche Tätigkeit/Branche liegt mir und kann man dort als Quereinsteiger arbeiten und leben?
- Habe ich überhaupt die passenden und ausreichenden Fähigkeiten und Kenntnisse für diesen Bereich?
- Ist es eine Quereinsteiger-Branche und wie hoch sind die Überlebenschancen bei einer Krise?
- Nützt es mir vielleicht auch im gelernten Beruf oder dieser mir für den Quereinstieg?
Immer, wenn es in einem Unternehmen Probleme gibt, die zu personellen Veränderungen führen müssen, werden Quereinsteiger gerne als erstes entlassen. Dies trifft allerdings nicht immer zu, und wenn Sie mit einem Studium als Informatiker oder in einem anderen Hochschulbereich einen Start in einem etwas artfremden Unternehmen hatten müssen Sie nicht ganz so zittern. Wackelkandidaten sind in der Regel die Quereinsteiger (oder auch Seiteneinsteiger genannt) ohne Hochschulausbildung. Hier verbergen sich Gefahren, die man vorher abchecken muss. Begeben Sie sich niemals in eine sowieso schon stark fluktuierende Branche. Bringt der Job-Umstieg etwas? Nicht-studierte Quereinsteiger oder Studienabbrecher sind hochmotiviert im neuen Job. Hier gibt es Chancen.
Ob es für Sie wirklich was bringt, mal andere Bereiche auszuprobieren müssen Sie selbst wissen. Aber die neu erworbene und die vorhandene Berufspraxis machen sie vielseitig und flexibel. Ein nicht zu verachtender Punkt. Gehen Sie auf die Suche nach Wunschunternehmen aber bewerben Sie sich nicht sofort. Versuchen Sie vielleicht zuerst den Personaler zu erreichen und fragen Sie nach den
Möglichekeiten in der Branche für Quereinsteiger. Sagen Sie, dass sie einen Wechsel anstreben und
sich verändern wollen. Sagen Sie nicht, dass er dann Ihre Unterlagen bekommt. Fragen Sie eher nach Informationen über Zukunftsaussichen. Senden Sie dann die Bewerbungsunterlagen. Auch sollte man sich für Vorstellungsgespräche und in der Berwerbung schon direkt einige Antworten auf totsichere Fragen zurechtlegen.
- Warum wollen Sie wechseln?
- Was macht Sie zum passenden Bewerber, statt ausgebildete junge Leute?
- Wie wollen und können Sie sich in das Unternehmen einbringen?
- Welche, bereits erworbenen Eigenschaften bringen Sie mit, die vorteilhaft für den neuen Arbeitgeber sind?
Gibt es die Möglichkeit erstmal im Einstiegsjob Probetage durchzuführen? Dann machen Sie das unbedingt. Es empfiehlt sich unter Umständen auch einen interessanten und gewünschten Job, bei dem man sich die Arbeit darin auch voll und für länger vorstellen könnte, als Nebenjob auszuüben. Es gibt viele, die unter der Woche im Büro und am Wochenende beim Bauern arbeiten oder abends als Trainer, Lehrer oder Coach für irgendwas. Eventuell brauchen Sie gar nicht komplett zu wechseln. Ein Nebenjob ist auch eine sehr gute und manchmal bessere Alternative.
Überlegen Sie sich den Quereinstieg gründlich.
Er ist eine entscheidendere Veränderung als ein gewöhnlicher Jobwechsel und wird auch so gewertet. Vielleicht ist eine Existenzgründung eine Alternative? Versuchen Sie auch mit Vitamin-B (Beziehungen) Informationen oder ggf. einen Job und Quereinstieg zu erreichen. Vielleicht wollten Sie schon immer das machen, was der beste Freund schon lange tut und gerade dieser hat eigentlich eine Firma für genau das? Vielleicht gibt es hier die Möglichkeit, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen, die Sie noch nicht haben oder sogar den Traumjob?
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