Bewerbungs-ABC – S wie Stärken & Schwächen
Geschrieben am: 3. Februar 2009 in Bewerbungs-ABC
Schlagworte dieses Artikels: Aus der Praxis, Bewerbungs-ABC, Vorstellungsgespräch
Die Frage nach den Stärken und Schwächen ist nicht nur obligatorisch und ein Lückenfüller im Vorstellungsgespräch, sondern auch eine Möglichkeit (fast die Einzige für den Personalchef) etwas über Ihre eigene Selbsteinschätzung zu erfahren. Hierbei kann er/sie aber auf Grund der Erfahrung mehr Informationen über Sie bekommen als Sie ihm geben. Wie? Das erfahren Sie in unserem Beitrag über die Stärken und Schwächen im Bewerbungs-ABC.
Wie Sie Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch darstellen sollten.
Bereits im Lebenslauf können Sie auf persönliche Eigenschaften hinweisen. Dies ist aber nur für Bewerber empfehlenswert, die als Schulabgänger oder Absolventen noch nicht so viel vorzuweisen haben, dass das Blatt mit dem Lebenslauf voll wird. Alle anderen vermitteln Stärken durch die geleistete Arbeit in früheren Anstellungen.
Das Thema “Stärken und Schwächen” kommt mit Sicherheit im Vorstellungsgespräch. Es ist nicht nur eine Rhetorik-Geschichte sondern noch viel mehr. Auf dem innerlichen Notizzettel des Personales stehen Fragen wie:
- Wie kann sich der Bewerber selbst beurteilen?
- Machte er das flüssig oder kommt er in’s schleudern, weil er sich keine Schwäche zuordnen kann oder keine angeben will um nicht zu schwach zu erscheinen?
- Übertreibt der Bewerber jetzt maßlos oder untertreibt er?
Hier ist Fingerspitzengefühl und etwas Training gefragt. Wenn Sie die Möglichkeit haben,
Vorstellungsgespräche vorher mit anderen Personen durchzuspielen, tun Sie das und beantworten diese Fragen. Sie werden merken, dass es gar nicht so leicht wird.
Versuchen Sie nicht, Theater zu spielen! Das wird so schnell durchschaut wie Fensterglas und der
Spruch: “Meine Stärke ist, zu wissen das ich Schwächen habe – Meine Schwäche ist, meine Stärken zu kennen.” können sich nur wenige leisten.
Wenn Sie ihn anwenden bedarf er gehobener Konversation, in der Sie unter Umständen unterlegen sind.
Aber hier ein kleiner Tipp, wie Sie diese Fragen geschickt beantworten können. Die Frage zielt auf Ihre Eigenschaften ab.
- Ihre Stärken sind immer Zuverlässigkeit, Ausdauer, Zielstrebigkeit und Ordnung.
- Ihre Schwächen sind etwas Ungeduld, Unruhe und Angst.
Sie können die Argumente mit gezielten Sätzen zu bisherigen Tätigkeiten untermauern. Das die Schwächen immer weniger sein sollten, versteht sich. Ungeduld verwenden Sie in Verbindung mit Gespanntheit und Freude (positiv) auf neue Aufgaben. Unruhe mit der Verbindung zu den bereits gelösten Aufgaben (alles richtig, nichts vergessen?) und Angst? Ja Angst. Geben Sie Ängste zu! Gestehen Sie Angst vor Unfällen, eigenen Fehlern (die durch die Ordnung und Zuverlässigkeit wettgemacht wird), Angst vor Jobverlust oder Fehlentscheidungen. Dies ist alles keine Schande.
Auch die Begründung von Angst birgt was positives. Sie beweisen damit, dies zu steuern und alles gegen die Angst und die Ursachen tun zu wollen. Nennen Sie als Schwächen auch Sachen, die gar nichts mit dem Job zu tun haben. Erklären Sie, dass Sie von aktueller Mode oder Musik keine Ahnung haben oder Ihr Auto nicht mehr selbst reparieren können. Das tut nicht weh und hat mit dem Job auch nichts zu tun. Das Sie an der Tagespolitik nicht interessiert sind, war noch vor 10 oder 20 Jahren eine Schwäche, die man getrost nennen konnte. Heute ist das tötlich. Unternehmen wollen schon Mitarbeiter, die auch Marktnachrichten aus Nachrichtenkanälen interpretieren und richtig wiedergeben können. Unternehmen sind immer auch zu einem Teil abhängig von der Politik und der Weltwirtschaft. In Zeiten der Globalisierung sowieso.
Schwächen zu nennen und die bereits genannten Stärken als eigenes Gegenmittel dagegen aufbringen ist eine bekannte und bewährte Methode für das Vorstellungsgespräch und verschafft dem Vorstellungsgespräch eine abgerundete Konversation.
Stellen Sie vor dem Gespräch vielleicht auch eine kleine Liste mit Stärken und Schwächen auf. Eine
Selbstanalyse hilft sehr dabei. Sind Sie oder verfügen Sie über: Zuverlässigkeit, Loyalität, mathematisches Verständnis, technisches Verständnis, analytisches Denken, Flexibilität, Einfühlungsvermögen.
Machen Sie eine Selbstanalyse. Gehen Sie mal mit Ihren eigenen Eigenschaften ins Gericht. Sind Sie aufbrausend oder ein stiller Typ. Finden Sie es heraus. Charaktereigenschaften kann man ändern. Vieles funktioniert dabei von alleine mit zunehmenden Alter, einiges kommt auch erst mit dem Alter. Jeder Mensch verändert sich auch über die Jahre. Sind Sie noch so, wie vor 20 jahren?
Finden Sie es heraus.
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