Chefs bestimmen, wann Kinder kommen! – Dürfen die das?
Geschrieben am: 30. Januar 2009 in Arbeitsmarkt
Schlagworte dieses Artikels: Arbeitskräftemangel, Fachkräftemangel, Finanzkrise, Geburtenrückgang, Japan, Krise
Die Frage nach Schwangerschaft im Vorstellungsgespräch ist ja bekanntlich nur in dem Sinne zulässig, solange die Stelle für die Gesundheit des Kindes und der Mutter relevant ist. Dürfen Chefs oder andere Führungskräfte allerdings bestimmen, wann Sie Kinder bekommen? In Japan haben Chefs eine zusätzliche Aufgabe bekommen. Sie sind jetzt auch für die Familienplanung der Mitarbeiter verantwortlich.
Dürfen Chefs bestimmen, wann Sie Nachwuchs bekommen?
Nein, es ist kein Scherz. In Japan haben Chefs einen neuen Aufgabenbereich. Sie sind jetzt für die Nachwuchsförderung der eigenen Mitarbeiter verantwortlich. In Zeiten von starken Geburtenrückgängen und Konjunkturschwäche schicken diese nun ihre Mitarbeiter früher nach Hause mit der Aufgabe, Kinder zu schaffen, so das Magazin SvD. Nein, die machen das jetzt nicht selbst, die lassen natürlich machen.
Bei Canon beispielsweise, können Mitarbeiter bereits vor 17.30Uhr an zwei Tagen die Woche nach Hause gehen. In einem Land, wo 12 Stunden Arbeitszeit täglich die Regel sind, ist das natürlich für viele eine willkommene Gelegenheit und die Dankbarkeit darüber groß. Da es soetwas wie Mutterschutz in Japan nicht gibt, wollen die Führungskräfte dort die konjunkturelle Lage nunmehr ausnutzen und wenigstens in die Zukunft investieren und den Arbeitskräftemangel langfristig bekämpfen.
Hierzulande wird ständig diskutiert, wie weit der Einfluss von Führungskräften in das Privatleben der Mitarbeiter gehen darf. Wann beginnt eine Fürsorgepflicht und wann endet diese spätestens? Dürfen Führungskräfte beispielsweise die Gesundheitsfrage von Mitarbeitern bei Rauchern oder Übergewichtigen ansprechen? Oder geht das schon zu weit in die persönliche Integrität des Mitarbeiters, auch wenn er vielleicht durch gesundheitliche Einschränkungen die Arbeitsvorgaben nicht schafft?
Recht harmlose Fragen, wenn man bedenkt, dass sogar das “schaffen” von Nachwuchs in anderen Ländern förmlich angewiesen werden kann, oder?
Schönen Freitag.
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