Chefs mögen kein Facebook mehr
Geschrieben am: 9. Oktober 2009 in Führungskräfte, Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Arbeitszeit, Facebook, Netzwerke, soziale Netzwerke, Überstunden, Xing
Facebook ist zwar Privatsache, doch langsam aber sicher gehen Arbeitgeber zu Verboten der Facebooknutzung über. Allzuviele sitzen und netzwerken während der Arbeitszeit. Von Statusupdates bis zur Weiterleitung von Links in das WordWideWeb. Chefs denken zwischenzeitlich gar über Konsequenzen nach.
Facebook – Job – Netzwerke
So manche Führungskraft denkt nicht, das Mitarbeiter mehr Freiheit durch die Anwendung von neuester und modernste Technik und sozialen Netzwerken während der Arbeitszeit haben sollten, so eine europaweite Studie der spezialisierten Firma Economist Intelligence Unit.
Während einer Studie wurden 390 Führungspersonen aus sieben europäischen Ländern zur Nutzung von sogenannten “Sozialen Netzwerken” befragt. Der überwiegende Teil der Führungskräfte ist beunruhigt darüber, dass die Produktivität durch die Nutzung der Netzwerke sinkt und natürlich auch die große Gefahr besteht, dass Informationen in die falschen Hände gelangen. Es gibt im Internet unzählige Seiten, wo “nur” fehlgeleitete Mails präsentiert werden. Selbst die sind teilweise schon heikel und eher gefährlich. Was ist nun, wenn jemand auf Facebook statt eines Weblinks den falschen Browsertab kopiert und einen Link in eine Firmeninterne Publikation rausstellt? Viele Unternehmen schützen den Zugang zu weiteren Seiten auf dem Server oft nicht ausreichend genug.
Allerdings gibt es auch einige Unternehmen, die den Zugang zu solchen Netzwerken auch fördern. Diese sehen (wohl noch) einen Vorteil im Zugang von Twitter, Blogs und anderen Netzwerken. Meine Meinung ist dabei aber schon seit längerem sehr verhärtet. Geht man davon aus, dass Menschen beispielsweise auf dem Portal Xing eigentlich am Arbeitsplatz sitzen müssten, fragt man sich, was die denn da so machen? Arbeiten jedenfalls nicht. Man schreibt über Sportgruppen, Campingurlaube, Oldtimer und andere sinnlose Sachen und stellt Bilder zur Diskussion. Toll. Wie war das noch mit den achso vielen Überstunden? Gut, es gibt ein paar nützliche Gruppen bei Xing, doch der überwiegende Teil ist Kernschrott.
Ich habe selbst Facebook mal ausprobiert. So für eine Stunde ungefähr. Danach habe ich den Account wieder löschen lassen, da ich a) nicht fand wen ich suchte und b) den tieferen Sinn des Portals auch nicht verstehe. (Geht mir bei Twitter allerdings genauso.)
Inzwischen gehen amerikanische Unternehmen sogar schon den Weg, die Nutzung von sozialen Netzwerken während der Arbeitszeit ganz zu verbieten. Recht so. In knapp 20 Prozent der US-Firmen dürfen sich die Angestellten “nur für berufliche Zwecke” bei Facebook, Twitter, MySpace und Co. einloggen. Man darf hierbei auch sicher sein, dass die Nutzung entsprechend überwacht wird. Man soll schließlich arbeiten und nicht Freunde treffen. Letztlich geht es mir leider schon fast genauso wie vielen anderen Onlinern. Ich treffe Freunde, wenn ich den Rechner anmache. Mehr noch, als wenn ich raus gehen würde. Hier ist keiner mehr. Alle nur noch online über Skype etc. erreichbar. Traurig aber wahr.
Wie ein Artikel im Spiegel kürzlich schrieb, sind auch in Amerika die Chefs darüber in Sorge, dass von wesentlichen Dingen durch die Nutzung von Netzwerken während der Arbeitszeit abgelenkt wird. Es gäbe, so der Artikel weiter, nur ca. 10 Prozent bei den Unternehmen, die keinerlei Beschränkung für die Internetnutzung während der Arbeitszeit geben.
Netzwerke haben unbestriten Vorteile. Man trifft Menschen aus der Branche oder Projektpartner und andere nützliche Kontakte. Es verleitet aber auch sehr, nach der Lösung eines Problems durch einen Kontakt noch “schnell” hier oder da in einer Gruppe einen Kommentar abzulassen oder selbst einen Beitrag zu erstellen.
Mein Tipp für Arbeitgeber: Sperren sie Facebook und Co. aus dem Netzwerk während der Arbeitszeit.
Für den Fall, das dieses nicht geht, schaffen Sie in Ihrem Unternehmen klare Regelungen für die Nutzung solcher Netzwerke während der Arbeitszeit. Ihr Systemadministrator kann Ihnen dabei sicher auch helfen. Legen Sie in Mitarbeitervereinbarungen klare Regeln fest, die entsprechend teil des Arbeitsvertrages werden. So halten Sie die “Surflaune” für die Sie teuer bezahlen müssen, in Grenzen und erhöhen gleichzeitig die Produktivität der Crew. Wollen Sie die Nutzung der Netzwerke erlauben, dann informieren Sie sich doch im Internet darüber, wie man diese Netzwerke effizient für das eigene Unternehmen einsetzen kann. Wenn dann Ihre Mitarbeiter dort eingeloggt sind, ziehen Sie wenigstens als Unternehmen einen Nutzen. Achten Sie hierbei aber strikt auf die aufgewendete Zeit. So mancher Mitarbeiter sieht sich gerne als “Netzwerkbeauftragter” des Unternehmens und verschwendet wertvolle Arbeitszeit.
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