Chefs sitzen in Krisenzeiten doch recht sicher
Geschrieben am: 25. Juni 2010 in Allgemein
Schlagworte dieses Artikels: Chefs, Führungskräfte, Krise, Studie
Das Management- und Consultingunternehmen Booz & Company führte vor einiger Zeit bereits eine Untersuchung bei Kunden durch und stellte fest, dass Unternehmen trotz unruhiger Zeiten und Krisenstimmung doch oft an den bewährten und erprobten Führungskräften festhalten. Chefs sitzen offensichtlich doch recht sicher. Oder doch nicht?
Führungskräfte sind sattelfest
Der Kapitän kennt sein Schiff genau und steht fest am Ruder. Ein Spruch aus der Seefahrt und auch im Wirtschaftsbereich in den letzten Jahren oft übernommen. In der stärksten ökonomischen Krise seit vielen Jahrzehnten sind sich viele Unternehmen sicher, mit der aktuellen Wahl ihres “Kapitäns” noch immer sicher und kursgenau durch die Winde der Wirtschaftskrise in einen neuen Aufschwung zu steuern. Die Wechselrate in den Führungsetagen ist auch in Krisenzeiten nicht sehr hoch und wird sich auch nicht wesentlich erhöhen, so einer Studie von Booz & Company zur Folge.
Anders als bei “normalen” Angestellten, die eigentlich die Rädchen in jedem Unternehmensgetriebe darstellen, sind die Führungszahnräder seltener dem Austausch ausgesetzt.
Booz & Company hat 2 500, der größten börsennotierten Unternehmen untersucht und kam zu folgendem Ergebnis:
Nur zwei Branchen haben die Austrittsrate bei Führungskräften erhöht. Die Finanzdienste und die Energieunternehmen haben im Jahre 2008 mehr als 18% der Führungskräfte ausgetaust. Ein Rekordniveau, welches in keiner anderen Branche erreicht wurde.
Führungskräfte wurden nicht nur älter, sondern blieben auch länger in den Unternehmen. Grund und wichtigstes Qualitätsmerkmal für ältere Führungskräfte ist deren Erfahrenheit.
In Europa und Nordamerika gingen nur 15 bzw. 14 Prozent der Führungskräfte aus den Toppositionen und somit verringerte sich der Wert gegenüber dem Vorjahr um 1,9 bzw. 0,5 Prozent.
Global gesehen richteten die Top-Manager rechtzeitig die Interessen und Investitionen der Unternehmen nach Japan und Asien aus und sorgten damit für eine Sicherung der Unternehmen während der Krisenzeiten.
“Lehrlinge” bei Führungskräften oder anders ausgedrückt Trainees wurden in Krisenzeiten gewöhnlicher und so mancher Chef hat vorher ein paar Jahre so bei einem der Top-Manager angefangen. Das Prinzip wird sich weiter auch in Führungsetagen durchsetzen.
Der Bericht des Magazins »CEO Succession Survey 2008« zeigt, dass sich die Anzahl der Wechsel in Führungsetagen in Europa und in den USA 2008 sogar gegenüber 2007 vermindert hat.
Leider gilt dies nur für die Führungskräfte. Im normalen Arbeitsmarkt sieht es leider deutlich anders aus und die Zahlen zeigen, auch bei vereinzelten Lichtblicken, noch immer nicht in den grünen Bereich. Bei normalen Personal wird noch immer viel zu schnell ersetzt und ausgetauscht. Hier zählt Erfahrung deutlich weniger und noch immer ist “Frische” und “ambitioniertes Engagement” viel wichtiger.
Das sich auch auf dem Arbeitsmarkt das Blatt etwas wendet wünscht sich nicht nur
Die Redaktion
//K.T.
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