Das Arbeitspensum wächst – Nur ein Mythos?
Geschrieben am: 3. März 2010 in Arbeitsmarkt, Führungskräfte
Schlagworte dieses Artikels: Arbeitszeit, Führungskräfte, Karriere, Stress
Haben Sie das Gefühl, der Job und das Arbeitspensum frisst sprichwörtlich Ihre Freizeit weg. Arbeiten Sie auch noch am Abend und am Wochenende? Fakten belegen, dass viele noch viel mehr Zeit mit “Jobarbeit” verbringen als noch vor 10 Jahren. Warum das so ist, erklärt Ihnen dieser Artikel.
Der Mythos von weniger Arbeit – Halbwahrheiten
Viele Überstunden sammeln sich. Es wird noch am späten Nachmittag und Abend gearbeitet. Urlaube werden abgebrochen um auch kleinere Brände im Unternehmen zu löschen. O-Ton vieler vielbeschäftiger Manager und Führungskräfte. Aber auch Akademiker machten bereits diese Feststellung, wobei aus diesem Bereich der stärkere Arbeitsaufwand schon länger bekannt ist.
Eine Studie innerhalb eines Fachverbandes für Akademiker, Ökonomen, Manager und Juristen belegte nun, dass diese allesamt von sich sagen: “Wir arbeiten mehr als noch vor 10 Jahren.”
Für das Jahr 1999 als Vergleichszahl, gaben 85 Prozent der Teilnehmer an, sie hätten wöchentlich eine Arbeitszeit von 40 Stunden oder gar weniger gehabt. 2009 waren es nur noch vier von 10 Teilnehmern, die dies als normales Arbeitszeitfenster angaben.
Die befragten gaben alle an, dass sich Grenzen zwischen der Arbeit und Freizeit verschoben hätten und oder bedingt fließender geworden sind. Dies liegt nicht nur in der Nutzungsmöglichkeit moderner Geräte und Medien. Man arbeitet oft schon auf dem Weg zur oder von der Arbeit, kann im Feierabend nochmals Firmenmails checken oder im Intranet oder über Applikationen Gruppenarbeiten durch- oder weiterführen. Projekte werden so fließend in die restliche Zeit des Tages verteilt und man merkt oft kaum noch, dass die Tätigkeiten eigentlich “Jobarbeiten” sind und zu Hause primär nichts zu suchen haben sollten. Auch wurde in der Studie festgestellt, dass idese Zeiten kaum von den Mitarbeitern selbst als Arbeitszeit gerechnet werden und so auch nicht in die Vergütung durch das Unternehmen einbezogen werden.
Die Studie wertete auch den Einfluss auf den gefühlten Stressfaktor aus und kam zu einem kuriosen Ergebnis. Menschen mit dieser verlängerten Arbeitszeit leiden nicht immer automatisch gleich an Stresssymptomen. Diese entstünden erst, wenn zuarbeiten nicht ordnungsgemäß funktionieren oder diese “Extrazeit für den Job” zu sehr in den Freizeitbereich hineingeht und man täglich noch “bis in die Puppen” für die Firma von zu Hause arbeitet.
Der Expertentipp:
- Lassen Sie Jobarbeit im Büro.
- Wenn nötig, nehmen Sie sich nur das mit, was Sie in weniger als 60 Minuten schaffen.
- Delegieren Sie Arbeit und motivieren Sie die Mitarbeiter, damit niemand im Team etwas zu Hause erledigen muss.
- Sorgen Sie bei Wissen um solche Fälle für entsprechenden Ausgleich in Form von Freizeit oder Geldmitteln
- Sprechen Sie offen im Team über das Arbeitspensum.
Wie empfinden Sie Ihr Arbeitspensum im direkten Vergleich zum Jahre 1999 / 2000. Arbeiten Sie mehr? Schreiben Sie uns oder kommentieren Sie gerne diesen Artikel mit Ihrer Meinung.
Mit freundlichen Grüßen
Die Redaktion
//L.A.
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