Der Job – Eine wahre Beziehungskiste
Geschrieben am: 5. Oktober 2009 in Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Beziehung, Jobbeziehung, Jobsuche, Karriere, Kündigung, Trennung
Man ist glücklich oder man hadert mit sich selbst oder am Partner. Man unternimmt Dinge im Alleingang oder lässt sich führen. Man verschreibt sich manchmal auf Lebenszeit und nicht selten wird es nur ein One-Night-Stand. Der Job ist eine wahre Beziehungskiste. Für Sie, für mich, für alle.
Es ist wie im Leben. Beziehungkiste: Job
Es gibt unendlich viele Beispiele, die sich mit dem Eingangstext bestätigen lassen. Im Job ist es wie im Leben. Wie in einer Beziehung zwischen Menschen, zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann oder Frau und Frau. Eigentlich egal. Das Real-Life zieht sich durch. Eigentlich ein Grund, darüber noch ein Buch zu schreiben, doch zur Zeit fehlt mir etwas von selbiger und vielleicht gibt es ja schon eines. Also muss dieser Artikel herhalten, die Vergleiche zwischen der zwischenmenschlichen Beziehung und der Mensch-Job-Beziehung darzustellen.
Dröppeln wir das mal ganz langsam auf.
Kennenlernen
Eine Anzeige in der Zeitung, im Internet, eine Empfehlung, ein Tipp oder eher ein Zufall. Man trifft sich. Wie im Leben auch. Manchmal muss man sich auf die Suche begeben, manchmal geht alles fast von allein. Das Kennenlernprogramm ist in einer Beziehung wie auch in der Jobsuche recht gleich. Man bewirbt sich und wirbt umeinander. Gut, in einer zwischenmenschlichen Beziehung ist die Vorlage des Lebenslaufes und der Zeugnismappe nicht notwendig (wenn auch manchmal empfehlenswert) und doch ist der Vorgang wirklich gleich. Wie auf einer Singlebörse stellt man sich vor und bietet an. Man balzt um den Job ggf. gegen viele andere Bewerber. Ebenso wie in der freitäglichen Diskothek. Die Anzeigen verheißen einen Job den man sucht und der Mini-Rock (oder die tiefergelegte Limo vor der Tür) das menschliche Pendant dazu. Der Beste gewinnt das Spiel. Meistens.
Miteinander
Ob die Nummer nun nur ein One-Night-Stand oder der Beginn einer dauerhaften Partnerschaft über viele Jahre wird, ist von vielen Faktoren abhängig. Wir haben hier schon sehr oft über Situationen berichtet, die diese Beziehung wieder erkalten lassen können. Man probiert sich einfach aus. Man hat ja schließlich eine Probezeit. Hier ist allerdings der Job im Vorteil. Im Prinzip kann man bei der Jobsuche so viele Probezeiten nehmen wie man braucht um den Traumjob zu finden. Notfalls frisiert man den Lebenslauf ein wenig um diese Probezeiten zu vertuschen. Im Real-Life verschaffen einem solche Probezeiten eher ein schlechtes Image. Beim Job ist es fast egal. Man probiet es einfach miteinander. Man lernt sich kennen, studiert Strukturen und Abläufe im Unternehmen genauso wie Verhaltensweisen und Macken des neuen Partners. Sehr identisch.
Man lebt miteinander. Man profitiert voneinander. Man streitet und kämpft füreinander und nicht selten ist man doch sehr zufrieden mit dem Partner/dem Job.
Während des Miteinanders entstehen, wie in einer Beziehung auch, Projekte (Kinder) und man kümmert sich darum, läßt diese wachsen und gedeien und schiebt sie gelegentlich auch wieder ab. (Auch hier ein leichter Vorteil für den Job. Notfalls kostet ein abgeschobenes Projekt nur Geld.) Kinder sollte man natürlich auf keinem Fall vernachlässigen und erst recht nicht abschieben.
In einigen Fällen geht es nach den anfänglichen rosaroten ersten Tagen, Wochen oder Monaten dann doch nicht mehr. Eine Hass-Liebe entsteht. Ein Wechselbad von ich will weg und kann doch nicht. Ein vernünftiges Miteinander ist nichtmehr möglich, aber trennen kann man sich, auf Grund von verschiedenen Abhängigkeiten irgendwie auch nicht. Wie in einer Beziehung auch, macht man im Job nur noch seinen Job und mehr nicht. Keine Blumen und kein liebes Wort und wenn es doch mal zu einer Kommunikation kommt, findet diese nur noch lautstark im Chefbüro statt. Man beginnt sich zu quälen. Jeder Tag in der Beziehung wird mit stetig wachsenden inneren Widerständen absolviert und man riskiert oft auch den Bruch. Die völlige Zerrüttung der Beziehung und den Scheidungsanwalt. Wenn dann einer sich doch nicht so ganz trennen will hilft auch ein Fachanwalt im Arbeitsgericht. Aber gut ist das alles nicht mehr. Die Beziehung ist in der Regel hin.
Trennen und Neuanfang
Wie in einer Beziehung zwischen Menschen, gilt auch im Job: “Wenn es nicht mehr läuft, sollte man sich was anderes suchen.” Oft ist das leichter gesagt als getan. Die Abhängigkeit vom Job ist so ziemlich jedem in die Brieftasche gemeisselt und auch in Beziehungen stehen oft Kinder, Anschaffungen oder Kredite einer regulären Trennung im Wege. Hier hilft nur noch professionelle Hilfe a la Betriebsrat als Eheberater.
Doch manchmal ist auch der Machtlos. Man trennt sich. Schreibt sich den berüchtigten “Blauen Brief”. Manchmal geht eine Trennung nicht leise daher. Man schmeisst das Geschirr an die Wand und stellt Forderungen. Hat man sich vorher lange in die Beziehung eingebracht winkt vielleicht eine kleine Entschädigung in Form einer Abfindung. War das Engagement eher nur auf Seiten des Partners größer, geht man leer aus.
Das Spiel beginnt nach kurzem oder längerem Singleleben wieder von vorn. Man balzt und bewirbt sich, man stellt sich vor und testet sich. Man macht vieles anders und doch oft immer die gleichen Fehler.
Wie im wahren Leben.
In diesem Sinne,
einen schönen Start in die Woche wünscht
O. Förster
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