Der Spiegeleffekt für mehr Freundlichkeit
Geschrieben am: 1. September 2010 in Allgemein
Schlagworte dieses Artikels: Freundlichkeit, Kommunikation, Kundenkommunikation, Motivation, Reflektionen, Spiegeleffekt
Als Kommunikationstrainer und Medienberater kommen wir ständig mit vielen Unternehmen unterschiedlichster Art in Kontakt. Was uns dabei immer ins Auge stößt ist die Tatsache, dass die Kommunikation intern wie auch extern immer noch beim Thema Freundlichkeit Wünsche offen lässt. Wie ein Spiegel helfen kann, lesen Sie hier in diesem Artikel.
Ein Spiegel öffnet die Seele
Ein Spiegel zeigt nicht nur das, was davor steht. Man sagt, er öffne die Seele des Menschen. Unweigerlich huscht ein Lächeln über das Gesicht, wenn man in einen Spiegel blickt. Jedenfalls fast immer. Das eigene Antlitz sorgt wohl immer für ein freundliches Gesicht.
Manch einer sieht den Spiegel bestenfalls (oder besser hoffentlich) morgens im Badezimmer. Danach geht das Gesicht in den Arbeitsmodus über und wenn nicht gerade irgendwer einen Riesenwitz reisst, bleibt es stur und Ausdruckslos bis hin zur “Laßt-mich-alle-in-Ruhe-Miene”. Das muss aber nicht sein.
Ein Kollege, der nur Aufträge von mies dreinschauenden Kollegen entgegen nimmt, bekommt zwangsläufig nicht bessere Laune, wenn er das Tag für Tag ertragen muss. Die Ursache der Stupidität und Monotonie in vielen Unternehmen ist oft auch bei der fehlenden Freundlichkeit zu suchen. Keine Begrüßungen zum Arbeitsbeginn, still und schweigend über die Flure und zum Feierabend aus dem Büro schnell wortlos wieder heraus. Man möchte fast meinen, es ist ganz schön still in den Unternehmen, wenn da nicht der Zwang gesprochener Worte mit Kunden oder Geschäftspartnern wäre. Doch die mangelnde Freundlichkeit im Unternehmen spiegelt sich auch ganz schnell wieder nach außen.
Die Kommunikation mit Kunden leidet, wenn Freundlichkeit im Unternehmen fehlt.
Sie können noch so viele Schulungen machen und sämtliche Verkaufstricks lernen. Oberstes Gebot ist die Freundlichkeit. Können Sie diese nicht geben, werden Sie auch nicht verkaufen. Und wenn Sie diese geben, werden Sie diese auch im Gegenzug erhalten oder anders – nach einem jüdischen Sprichwort ausgedrückt: “Du bekommst nur, was Du auch gibst.”
Grundsätzlich ist das alles jedem klar und ab und an fasst man sich ja auch den Vorsatz: Ab diese Woche bin ich netter zu Kollegen. Das hält aber meistens nur bis spätestens Mittwoch Nachmittag. Dann ist der Vorsatz vergessen und bis er wieder in Erinnerung gelangt, vergehen Tage und Wochen.
Der Spiegeltrick
Wie Eingangs bereits erwähnt, ist die Freundlichkeit das A und O in der Kommunikation. Doch Arbeitstage sind stressig und manche Kunden wirklich nervig. Da auf langer Sicht die Freundlichkeit beizubehalten ist nicht immer einfach.
Unser Tipp: Spiegel. Dies machen sich auch Kommunikationstrainer zu nutze und der Spiegeleffekt ist psychologisches Standardrepertoire bei jeder Beratung.
Das Spiegelbild stimuliert unser Unterbewusstsein. Es sorgt fast bei allen Menschen zwangsläufig für ein freundliches Gesicht.
Spiegel, an verschiedenen Stellen positioniert, können uns bei der täglichen Arbeit motivieren und die Stimmung erheblich verbessern. Ein Spiegel an der Bürotür oder an der Wand neben der Tür, auf dem Flur an einer Stelle, wo jeder hinschaut oder auch in Eingangsbereichen von Vorräumen sorgen nicht nur dafür, dass man seine Kleiderordnung oder die Haare nochmals kontrolliert, sondern in 95% aller Fälle auch für ein lachendes Gesicht von denen, die in den Spiegel schauen. Und dieses Lachen hält eine ganze Weile an, da eben das Gehirn stimuliert wurde. Das wirkt fast immer, wenn man herein schaut. Auch, wenn man nach einer bestimmten Zeit nicht mehr ständig in den Spiegel schaut, weiß das Gehirn aber wenigstens, dass überall welche hängen und man reinschauen könnte, wenn man wollte. Auch vor schwierigen Gesprächen, beispielsweise mit der Geschäftsleitung, wirkt ein Spiegel vor der Cheftür wahre Wunder. Man geht in der Regel etwas niedergeschlagen, unterwürfig und gespannt in das Büro des Vorgesetzten. Mit einem kleinen Spiegel in Augenhöhe, geht man wenigstens mit einem Lächeln rein. (Ob man damit auch wieder herauskommt, liegt allerdings am Gesprächsthema. Ein Spiegel auf der anderen Seite wird unter Umständen die Stimmung auch nicht mehr heben können. )
In einem Unternehmen machten wir vor einiger Zeit eine ganz einfache und erstaunliche Entdeckung. Wir fanden auf den Fluren an direkten Positionen Spiegel an der Wand. Die Spiegeltaktik empfehlen wir auch ständig, wenn wir feststellen, dass die Kollegen miteinander nicht oder nur bedingt freundlich umgehen. Aber das Unternehmen trieb die Methode mit den Spiegeln noch auf die Spitze. Auf jedem Spiegel befand sich ein geplotterter Schriftzug: “Bitte recht freundlich!” Diesen kann man sich für wenig Geld im Dutzend bei Ebay machen lassen. Aber über jedem Spiegel hing, auf einem Wandhaken montiert, ein alter Fotoapparat. Sicher haben die Dinger keine Funktion mehr, doch der Effekt ist riesig. Man schaut – zwangsläufig weil gut positioniert – in den Spiegel, liest die Schrift und sieht den Fotoknipser. Ahh und ein Lächeln kommt aus dem Unterbewusstsein zum Vorschein. Man will ja schließlich gut aussehen. Das das nur eine Attrappe ist, merkt man erst, wenn es nicht blitzt und man wieder vorbei ist.
Gute Idee mit fast permanenter Wirkung.
Probieren Sie es in Ihrem Büroflügel doch mal aus.
Keinen Platz für große Spiegel?
Ein Tischspiegel tut es übrigens auch.
Mit verspiegeltem Lächeln wünscht die Redaktion Ihnen einen schönen Tag.
//L.A.
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