Ein Fehler im Lebenslauf und keiner merkt’s
Geschrieben am: 25. November 2008 in Bewerbungs-ABC
Schlagworte dieses Artikels: deutsch, Lebenslauf, Staatsangehörigkeit, Staatsbürgerschaft
Haben Sie als Bewerber oder als Personaler gerade Ihren/einen Lebenslauf zur Hand? Prima. Dann schauen Sie doch mal darauf. Sicherlich steht bei Ihnen unter den üblichen Name, Anschrift, Geb.-Datum, Geb.-Ort, Familienstand etc. auch der Punkt Staatsangehörigkeit / Staatsbürgerschaft. Ja? Dann haben Sie (bzw. respektive der Bewerber) bis hier ja alles richtig gemacht. Aber jetzt schauen Sie doch mal in die andere Spalte rechts.
Fehler im Lebenslauf
Was ist mit Ihrer Staatsangehörigkeit / Staatsbürgerschaft?
Wenn Sie sich Ihren Lebenslauf, oder den von Bewerbern betrachten, fällt das kaum ins Auge. Nur der wirklich geschulte Personaler merkt es und die Bewerber, die es sowieso wissen, machen den Fehler gar nicht erst.
Es geht um die Staatsangehörigkeit. Ein Standardpunkt in jedem Lebenslauf, der noch vor der Schulbildung kommt. Allerdings findet sich hier in 98% aller versendeten Lebensläufen ein Fehler, den einige Personaler wirklich sehr ernst nehmen.
Die Staatsangehörigkeit ist in vielen Lebensläufen mit >> deutsch << auf der rechten Spalte angegeben.
Das ist leider falsch!
Ihre Staatsangehörigkeit ist nicht deutsch. Deutsch wäre Ihre Nationalität. Die Staatsangehörigkeit ist, so man es denn ganz korrekt angeben möchte (und sollte), mit >> BRD << anzugeben.
Es gibt keinen Staat der deutsch heißt! Aber einen Staat, der sich BRD nennt und in dem Sie in der Regel auch wohnen.
Da nach Arbeitnehmergleichbehandlungsgesetz (AGG) die Nationalität nicht angegeben werden muss um Diskrimminierungen zu vermeiden wäre rein rechtlich und rethorisch unter der Staatsangehörigkeit oder darüber die Nationalität zu setzen. Diese wäre dann entsprechend deutsch.
So wäre bei einem Bewerber mit Migrationshintergrund mit deutschem Pass und deutschem Wohnsitz beispielsweise die Nationalität: türkisch, die Staatsangehörigkeit: BRD . Bei vorhandener doppelter Staatsbürgerschaft könnte man beide Länder angeben, sollte aber nur das Land des aktuellen Wohnortes verwenden und das währe dann wieder BRD.
Auch wird von einigen Bewerbern als Staatsangehörigkeit >> Deutschland << angegeben. Auch das ist nicht ganz korrekt und wäre bei einem überwiegend pingeligen Personalchef sofort für die “Ablage P” freigegeben.
Achten Sie darauf, wenn Sie einen Lebenslauf schreiben. Besonders, wenn Sie Vorlagen aus dem Internet downloaden, finden Sie diesen Fehler sehr oft. Wir haben unsere Vorlagen bereits abgeändert und stellen diese am kommenden Wochenende wieder zur Verfügung, damit unser Downloadcenter wieder den ursprünglichen Stand erreicht.
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Hallo!
“Staatsangehörigkeit: deutsch” ist absolut korrekt und steht so in jedem deutschen Reisepass. Und die wissen es. Übersetzt mit “nationality” und nicht mit “citizenship”.
Zu Zeiten der deutschen Teilung hat die Angabe “BRD” bei vielen Arbeitgebern zur Absage geführt, da dieses die Bezeichnung der DDR für den Westteil Deutschlands war. Das wurde auch in Schulklausuren in vielen Bundesländern als falsch korrigiert.
Hallo,
ich schließe mich Dirk an; “Staatsangehörigkeit: deutsch” ist korrekt aber mit anderer Begründung. Den Staat BRD gibt es völkerrechtlich gesehen nicht. So unwahrscheinlich das klingt, man muss die Hager Landkriegsordnung, den Überleitungsvertrag, 2plus4-Vertrag und den Einigungsvertrag zu Rate ziehen.
Viele Grüße
Hallo,
ich ziehe meine vorherige Aussage vollständig zurück.
Nach ewigen Recherchen habe ich herausgefunden, dass ich einer rechten Seite aufgesessen bin – es klang so logisch… Nun habe ich den 2plus4-Vertrag in Auszügen endlich mal selbst gelesen. Das hätte ich besser vorher tun sollen – freilich.
Unabhängig davon drängt sich die Frage auf, warum in deutschen Personalausweisen unter Staatsangehörigkeit “DEUTSCH” steht. Selbst wenn es, wie kolportiert wird, ein Übersetzungs- oder sonstiger Fehler eines alliierten Zuständigen war, kann man das doch spätestens seit 1990/1991 (Ratifizierung o. g. Vertrages) mit der endgültigen Souveränität der BRD korrigieren.