Europass – Der europäische Lebenslauf – Anwendungstipps
Geschrieben am: 16. Oktober 2008 in Bewerbungs-ABC, Sonstiges
Schlagworte dieses Artikels: Bewerbung, Lebenslauf
Das sich mit der Europäischen Union auch eine Reglementierungsflut über die Mitgliedsstaaten ergießt haben wir ja in den letzten Jahren fleißig gelernt. Viele Gesetze können aber mit (oder leider wegen) bestehender EU-Bestimmungen ausgehebelt oder bestätigt werden, auch wenn man dabei oft an Sinn und Nutzen zweifeln darf. So kann man z.B. mit einem Kart oder Quad eben in Deutschland am öffentlichen Verkehr teilnehmen, solange Licht dran ist, da es vorher eben in anderen Ländern so war und Deutschland sich beugen muss. Die Reglementierungsversuche machen aber auch vor den Bewerbungen nicht halt. So dachten sich schlaue Strategen in Brüssel eine Kommission aus, die sich um die Gleichmachung der Bewerbungsstandards innerhalb der EU kümmern sollte. Was daraus geworden ist?
Der Europass. Nein, kein Reisepass sondern ein Europass, für Bewerbungsqualifikationen, der in allen Mitgliedsländern anerkannt und nutzbar ist. Was er beinhaltet und wie man ihn bekommt, können Sie in diesen Beitrag lesen.
Der Europass – Ein Lebenslauf für alle
Ein europäisches Layout für die Bewerbung?
Aber von Anfang an:
1998 beschlossen die Europapolitiker die Gründung einer Kommission die Gründung des “Europäischen Forums für die Transparenz beruflicher Qualifikationen” und den Start der Vereinheitlichung von Bewerbungsunterlagen in ganz Europa. Im Prinzip keine schlechte Idee, wie so vieles aus Brüssel aber auch hier dauerte es bis 2002, als endlich eine Version “Europäischer Lebenslauf” auf die Bewerber und Unternehmen losgelassen wurde. Aber er setzte sich nicht durch. Zu groß, zu umfangreich, zu ungenau, zu allgemein, zu langweilig und zuwenig Unternehmensorientiert.
Zudem war es ein Formular aus Brüssel. Während die Südländer Formulare schon mal gar nicht mögen, schrieen die Skandinavier, dass die Kompetenzen fehlten und die hohe Qualifikation der Nordmänner nicht genügend dargestellt werden könne(Ja, sie sind schon immer der Meinung gewesen, deutlich besser zu sein als andere) . 2004 kam eine neue und überarbeitete Version des europäischen Lebenslaufes namens “Europass” auf den Markt. Auch dieser kämpft noch mit Vermarktungsproblemen und auch hier wurde etwas “verschlimmbessert”. Sogenannte Soft-Skills (Fähigkeiten) haben mehr Platz als Hard-Skills (Qualifikation), er verbraucht zuviel Platz (immer zwei Seiten A4) und ist überbürokratisiert.
Aber wir wollen auch an dieser Stelle für den europäischen Lebenslauf eine Lanze brechen. Er ist nicht schlecht. Seit allerdings 2006 in Deutschland das ArbeitnehmerGleichbehandlungsGesetz (AGG) eingeführt wurde, bedarf die Verwendung hier einer starken Überarbeitung.
Er ist eine Lebenslauf-Alternative für alle, die wenig Bewerbungserfahrung haben und nicht selbst schnell und kompetent eine individuelle Version erstellen können oder es auf Grund des Berufes im Prinzip auch nicht müssen. Wenn Sie sich vielleicht aber auch häufig ohne Erfolg beworben haben, sollten Sie neue Wege gehen. Einer davon könnte auch die Verwendung dieses Lebenslaufes sein.
Beachten Sie bitte bei der Verwendung in Deutschland nach dem AGG:
- Die Einbringung eines Bildes ist nicht mehr erforderlich. Allerdings sehen Personaler gerne, wer sich bewirbt. Schließlich muss man zusammenarbeiten. Wägen Sie es ab, ob Sie ein Bild verwenden.
- Streichen Sie die Angabe “Geschlecht” komplett. Das ist nicht mehr relevant und geht zu 99% aller Fälle aus dem Namen hervor.
- Verzichten Sie auf die Adressangaben der Schule und des letzten Arbeitgebers. Diese ist, im Bedarfsfalle auch aus den beigefügten Zeugnissen ersichtlich.
- Kürzen Sie den europäischen Lebenslauf soweit ein, bis Sie mit Ihren Hard-Skills und Soft-Skills optimal hinkommen.
- Anlagen sollten schon im Anschreiben auftauchen. Der Lebenslauf gehört zu den Anlagen!
- Verwenden Sie ihn nicht, wenn eine Kurzbewerbung gewünscht wurde.
Sie können den Europass auch für die Online-Bewerbung verwenden. Alle Stellenbörsen und Datenbanken akzeptieren Dokumente im Word-Format. Alternativ können Sie das Dokument auch in ein pdf umwandeln. Kostenlose Programme dafür gibt es im Internet wie Sand am Meer.
Weitergehende und weitere, angepasste Formulare an den Europass – europäischen Lebenslauf finden Sie auch unter
target=”_blank”>http://europass.cedefop.europa.eu
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