Fachkräftemangel wird Innovationsbremse
Geschrieben am: 21. April 2010 in Arbeitsmarkt, Führungskräfte
Schlagworte dieses Artikels: Aufschwung, Fachkräftemangel, Ingenieure, Innovationen, Konjunktur, Krise
“Wo sind all’ die Indianer hin?” trällerte einst Hartmut Engler von PUR und meinte damit die, die in jugendlicher Lebenseinstellung mal mit ihm gleichtickten. Doch entsprechend neuzeitlich umgetextet könnte es auch heutzutage auch: “Wo sind all’ die Ingenieure hin?” heissen. Der Fachkräftemangel ist in vielen Unternehmen allgegenwärtig und führt, trotz anziehender Konjunktur, nicht zum Aufschwung.
Ingenieurmangel kostet Unternehmen Milliarden
Egal in welcher Branche man auch schaut. Fachkräfte werden überall gebraucht und händeringend gesucht. Klingt ganz schön phrasig, doch viele Unternehmen können den Wert des Konjunkturanstiegs in diesen Wochen und Monaten gar nicht ausschöpfen. Es fehlt tatsächlich an Fachkräften.
Besonders bei den Zugpferden der Wirtschaft, dem Maschinenbau, Elektroindustrie und dem Fahrzeugbau ist der Mangel an Fachkräften besonders groß. Nach aktuellen Studien arbeiten derzeitig in Deutschland kaum die Hälfte aller berufsfähigen Ingenieure wirklich als Ingenier. Es bieten sich für die Fachkräfte nach dem Studium reichlich “freibewegliche” Alternativen, die auch entsprechend gerne angenommen werden.
Auch wenn Universitäten und Fachhochschulen seit Jahren steigende Anmeldezahlen verzeichnen, können diese den Rückgang von Fachkräften aus Altersgründen und denen, die in andere Sparten wechseln, nicht mit Ingenieurnachschub ersetzen.
Mit dem Satz “Mit einem so deutlichen Fachkräftemangel haben wir im Krisenjahr 2009 nicht gerechnet, wird der VDI-Direktor (VDI – Verein Deutscher Ingenieure) in der Presse zitiert und der Präsident des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) setzt mit: “Der Fachkräftemangel droht in Deutschland zur Innovationsbremse zu werden.” noch eines drauf. Schon seit Jahren fehlen in Deutschland durchschnittlich 25000 bis 35000 Ingenierue und der Trend nach oben hält derzeitg nicht an. Der Fachkräftemangel könnte sich, so der VDI in seiner Studie, bis 2025 sogar auf an die 50000 Ingenieure zuspitzen. Über die Bundesagentur für Arbeit seien kaum Ingenieure zu bekommen. Hier liegt die Quote bei weniger als 3%. Das was da ist, ist dann wohl auch nicht so gut, will nicht umziehen oder ist anderweitig verhindert. Keine Quelle für die Unternehmen. Bleibt nur die Abwerbetaktik durch Werbung und entsprechend über die Stellenanzeigen einschlägiger Börsen.
Viel Hoffnung ist nicht in Sicht. Jedenfalls nicht kurzfristig. Zählt man die Techniker zu den Ingenieuren hinzu, sind derzeitig sogar über 50.000 Stellen unbesetzt. Nach der Studie des VDI verliert Deutschland jährlich bis zu 3 Milliarden Euro an Wertschöpfung aus entgangenen Aufträgen. Träge im Aufschwung, könnte man meinen.
Das Institut der deutschen Wirtschaft errechnete, dass das Aufkommen an Ingenieuren und Fachkräften bald schon nicht mehr ausreichen wird, alleine die Ruheständler in den Unternehmen zu ersetzen. Verschlechterung der Lage ist auch durch die anhaltend geburtenschwachen Jahrgänge Anfang der 90er zu erwarten.
Es klingt fast wie ein Horrorszenario, für das es keine ideale Lösung gibt. Die anziehende Konjunktur verschlimmert die Lage. Innovationen sind gefragt und nur wenige da, die diese auch bringen könnten. Und wenn es gute Ideen gibt, sucht man sich nach den Fachkräften, die diese aus der Ideenphase zur Produktreife entwickeln könnten einen Wolf. Wen wurdert es da, das andere dann schneller sind?
Für einen innovativen Lösungstipp ist sicherlich nicht nur der VDI dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
//L.A.
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Diese schamlose Lüge der Industrie soll dazu dienen den Überhang an Ingenieuren und Informatikern in Deutschland noch auszubauen, um die Gehälter noch weiter drücken zu können. Meist holen sich Konzerne Ingenieure nur über Sklavenhändler, die Bruttogehälter von ca. 2500,- EUR bezahlen, aber Höchstleistung verlangen. Wenn man den angehenden Studenten die wahren Zustände einmal vor Augen hält, wer würde dann noch ein technisches Studium beginnen? Vor allem wenn man dann spätestens mit 50 auf die Straße gesetzt wird und in Altersarmut endet. Die Spitzenkräfte verlassen Deutschland in der Regel, aber dies kümmert weder Politik noch Industrie. Deutschland ist dabei seinen Spitzenplatz zu verlieren, aber Manager und Politiker denken nur daran ihre eigenen Bezüge auszubauen.
Ich teile Ihre Meinung.
Sie haben geschrieben, was viele Leute sagen wollen.
Bremst der Fachkräftemangel den Wirtschaftsaufschwung?…
Die Talsohle der aktuellen Wirtschaftskrise scheint durchschritten und die deutsche Wirtschaft kommt sehr solide und stark aus der Krise. Die innovationsgetriebene deutsche Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf und ein altes Thema kehrt zurück in den Fokus…