Ferienzeit oder Ferienarbeitszeit?
Geschrieben am: 27. Juli 2010 in Arbeitsmarkt, Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Ferienjob, Hartz IV, Nebenjob, Sommerjob, Sommerurlaub, Urlaub
Die überwiegende Mehrzahl der Schüler schwelgt noch in den Sommerferien. Manch einer steht kurz vor dem nächten Schuljahr und freut sich schon wieder auf den Schulbeginn und manch einem ist es in den Ferien deutlich zu langweilig. Ein Ferienjob muss her. Nur wie?
Ferienjobs auch ohne Einbußen für Hartz-IV-Familien
Viele Schüler polstern sich das Taschengeldkonto während der Sommer-/ oder Winterferien gerne mit einem Nebenjob auf. Möglichkeiten gibt es viele. Industriebetriebe suchen oft Helfer und auch Großmärkte benötigen oft in den Sommerferien Verstärkung, wenn das eigene Personal im wohlverdienten Urlaub ist. Freizeitparks leben teilweise von Ferienjobbern und auch Wochenendblättchen wollen über die Ferien verteilt werden. Chancen für einen Nebenjob gibt es viele.
Ferienjobs haben drei wesentliche Ziele:
- Sie decken Personalbedarf in der Urlaubszeit
- Sie gewöhnen Jugendliche an den Job
- Sie verschaffen ein kleines Nebeneinkommen
Viele Jugendliche haben bereits verstanden, dass man nur zu etwas kommt, wenn man auch etwas dafür tut und so ist bei vielen der Sommerjob ein fester Bestandteil in der Sommerferienplanung. Ob das Geld für den Führerschein, Geld für eine Reise oder einfach für eine andere Anschaffung. Vielen blieb die Möglichkeit des Nebenjobs in den Sommerferien oft verwehrt.
Grund war die Regelung bei Hartz-IV-Leistungsbezug. Hier wurde alles Geld – auch Ferienarbeit der Kinder – in die Einkommensberechnung mit einbezogen.
Logische Konsequenz: “Kind, einen Nebenjob brauchst Du Dir gar nicht suchen, dass ziehen die uns ab und das lohnt sich nicht.” Was dem Kind eher die Arbeitswelt näher gebracht hätte und vielleicht auch den einen oder anderen Berufswunsch geweckt (oder vor Fehlauswahl bewahrt) hätte, wurde vom Gesetzgeber im Keim erstickt.
Wer es trotzdem einmal probiert hat, wurde dann mit dem fast vollständigem Abzug des Feriengeldes bei den Eltern “belohnt” und diese mussten es sich zwangsläufig wieder vom Kind reinholen. Geblieben ist aus der Erfahrung Job die Tatsache: “Es lohnt sich nicht.”
Dieses Bild hat sich leider sehr weit und lange durchgesetzt. Nicht selten sprechen einige Experten schon von “Generation Hartz-IV” und meinen damit die Kinder von den Eltern, die schon fast 20 Jahre zu Hause sind und sich mehr oder weniger gut mit Hartz-IV arrangiert haben.
Inzwischen wurden hier die Zügel erheblich gelockert, sodass auch Jugendliche aus Hartz-IV-Familien eigenes Geld verdienen können und in die Arbeitswelt schnuppern können.
Einzige Bedingung:
- Das Geld muss in den Ferien verdient werden
- Der Verdienst darf 1200 Euro nicht überschreiten
- Die Arbeit dürfe nicht länger als 4 Wochen dauern
Natürlich muss man diesen Nebenjob trotzdem noch (und bitte rechtzeitig vor Antritt) bei der zuständigen Behörde angeben. Auch bei einem Nebenjob ist man aus dem Bezug der ARGE noch versichert. Zudem prüft diese die Richtigkeit der Angaben und die Einhaltungen der entsprechenden Schutzbestimmungen für Schüler und Jugendliche bei Bedarf.
Um noch schnell einen Ferienjob zu finden bedarf es oft nicht viel. Entweder man durchforstet die Zeitungen oder, und das ist die absolut bessere Alternative: man geht fragen. Ferienjobs werden aber höchst selten in der Presse ausgeschrieben. Bestenfalls in Kombination mit einer Kampagne oder Werbeanzeige. Einfach hin zu den Unternehmen, Mund auf und fragen. Das zeugt von Offenheit und beweist Eigeninitiative. Wäre jemand zu uns ins Büro gekommen und hätte gefragt, hätten wir jetzt auch Verstärkung und diese sofort engagiert. War aber leider nicht so. Vielleicht nächsten Sommer.
Im Internet gibt es auch einige gute Seiten für Ferienjobs. Google macht schlau. Oft schreiben die Unternehmen die freien Ferienjobs auch nur auf die Firmenhomepage oder hängen diese intern aus. Hier hilft es, Schulkameraden zu fragen oder einfach, so die eigenen Eltern nicht berufstätig sind, mal bei den Nachbarn oder Freunden und Bekannten der Eltern nachzuhaken.
Es macht oft Sinn und wenn jemand weiß, dass ein anderer etwas sucht, kann er darauf achten.Oder anders ausgedrückt: Wer nicht fragt, bekommt keine Antworten.
Und hinterher heißt es dann nicht:”Hättest mal gefragt, wir hatten was frei. Wollte keiner machen.”
Viel Spaß bei der Ferienjobsuche wünscht,
die aktuell noch verurlaubte, Redaktion.
//L.A.
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