Kündigung wohl fällig – Schaffnerin setzte Mädchen aus den Zug
Geschrieben am: 23. Oktober 2008 in Arbeitsmarkt, Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Kündigung
Die Bahn hat es nicht leicht. Unzufriedene Fahrgäste, Lokführer mit horrenden Lohnforderungen, Verspätungen, hohe Kosten für die Unterhaltung der Anlagen etc.. Aber viele Negativschlagzeilen machen die Mitarbeiter der Bahn auch noch selbst. Kein Fahrschein? Raus! Eine unnachgiebige Zugbegleiterin setzte am Montagabend ein 12jähriges Mädchen im Regionalzug von Bad Doberan nach Rostock einfach raus, weil es die Fahrkarte nicht dabei hatte. Die ganze Geschichte – hier.
Zugbegleiterin eisenhart!
Kein Fahrschein? Dann läufst Du eben!
Montag abend. Ein zwölfjähriges Mädchen fährt von Bad Doberan nach Rostock mit dem Regionalzug. Mit im Gepäck: Ein Cello. (Das sind die Geigen, die aufrecht stehen und im sitzen gespielt werden. Ungefähr 3x größer als eine Gitarre und natürlich auch sehr schwer. Meistens mit großem Cellokasten. – Nur für die, die es nicht wissen.) Bei der Kontrolle stellt das Mädchen nun
fest, dass das Portemonnaie samt Fahrkarte noch zu Hause liegt. Eigentlich ist soetwas bei der
Bahn kein Problem. Nachlösen oder Adresse aufschreiben. Fertig. Nein. Diesmal kommt es anders. Die
Zugbegleiterin hatte wohl einen sehr schlechten Tag oder das dringende Bedürfnis eine
Machtposition ausspielen zu müssen und blieb da Lady Eisenhart. Sie setze das Mädchen kurzerhand
an der unbemannten Haltestelle Parkentin an die Luft. Wer nun aufmerksam den Kalender studiert
weiß, dass bereits 18Uhr das Licht ziemlich schwach ist. Will damit sagen es ist dunkel!
Eine bodenlose Frechheit und Unverschämtheit wie wir finden. Die 12jährige musste von dort
5 Kilometer nach Hause laufen. Und das mit dem dicken Cello. Das Mädchen weiß nun sicher, wie
schwer Musik ist, aber die Krönung und der Grund für den Medienrummel um den Vorfall ist
eigentlich, dass mitreisende Fahrgäste das Ticket (unter 10 Euro) übernehmen wollten. Aber das
wurde von der Zugbegleiterin gar nicht akzeptiert, obwohl die Nachlösemöglichkeit immer gegeben
ist. Die Bahn bestätigte den Bericht der “Ostsee-Zeitung” und teilte bereits mit: “Die
betreffende Mitarbeiterin sei bereits suspendiert worden. Drastische arbeitsrechtliche Maßnahmen
werden geprüft.” Na, ob da vor Weihnachten nicht noch eine Kündigung ins Haus steht? Wir sind
wirklich keine Freunde von Schnellschüssen und allzu eilig ausgesprochenen Kündigigungen aber
manche lernen es einfach nicht. Gerade Bahnmitarbeiter sollen besonders durch Freundlichkeit das
Image aufpolieren.
Übrigens gilt bei der Bahn intern der Grundsatz, dass Minderjährige nicht rausgeschmissen werden dürfen. Schon aus Sicherheitsgründen. Da gibt es Möglichkeiten, die Eltern
am Zielbahnhof über das dortige Bahnpersonal zu erreichen. Auch hier kann dann ein erhöhtes
Beförderungsentgelt verlangt werden und alle wären zufrieden gewesen. “Wir werden uns in
aller Form bei der Mutter und dem Kind entschuldigen”, erklärte Bahnsprecher Burkhard Ahlert.
“Die Bahn werde mit einem Blumenstrauß und einem Länderticket zur Familie gehen, “damit man die Bahn von einer anderen Art und Weise kennenlernt”. Auch der “Pro Bahn”-Landeschef für
Mecklenburg-Vorpommern, Marcel Drews, äußerte gegenüber der “Ostsee-Zeitung” sein Bedauern und
sein Unverständnis zur Aktion der Mitarbeiterin.
Unsere Idee dazu: Das Gewicht des Mädchens und das Gewicht des Cellos in Verhältnis gesetzt zum Gewicht der Schaffnerin und X. Dann etwas suchen was X entspricht und die Schaffnerin damit 5 Kilometer laufen lassen und natürlich darauf achten, dass diese dabei immer freundlich lächelt. Vielleicht lernt sie es dann.
Quellen: OZ’, ‘Kündigung wohl fällig! Schaffner setzte Mädchen aus dem Zug!’,
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