Machen E-Mails krank?
Geschrieben am: 2. März 2010 in Führungskräfte, Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Burnout, E-Mail, Gesundheit, Jobpraxis, Mailflut, Stress, Zeitmanagement
Öffen Sie ständig Ihren digitalen Posteingang? Sind Sie ständig per Mail erreichbar? Antworten Sie auf alle Eingänge sofort? Dann besteht ein hohes Risiko für Sie, dass Sie an gesundheitlichen Beschwerden leiden könnten oder es bereits tun. So jedenfalls die amerikanische Forscherin Linda Stone in einer aktuellen Publikation.
Krank durch E-Mails?

Linda Stone
Die Amerikanerin Linda Stone war bereits in verschiedenen hohen Chefpositionen bei Apple und Microsoft aktiv und machte Karriere, aber bereits seit vielen Jahren verschreibt Sie sich der Forschung im IT-Bereich.
Unter anderem studierte Sie, wie wir von den neuen modernen Techniken beeinflusst werden und wie wir diese nutzen und diesen für die Nutzung auch täglich zuarbeiten. (Beispiel: Ich fotografiere etwas, mit dem Hintergedanken es schnellstmöglich oder alsbald im SocialWeb hochzuladen und zu verbreiten oder ähnliche weiterführende Arbeiten durch die angebotenen Applikationen oder Programme durchzuführen. etc.)
Entsprechend einem Artikel im IT-Fachmagazin idg.se hat Sie auch den Begriff »e-mail apnea« (also: Atemstillstand während Sie mailen) geprägt.
Noch vor einigen Monaten konnten Mailabsender die Beantwortung von E-Mails bei mir selbst innerhalb von 30 Minuten erwarten. Dies habe ich, aus verschiedenen Gründen, abgestellt und nunmehr gibt es hier im kompletten Büro eine ganz andere Mailorganisation, die allen zu Gute kommt. Mails werden zwar noch pünktlich, aber nicht mehr sofort beantwortet und das Wort “Eilt” wurde beim Thema E-Mail gestrichen. Und das ist auch gut so. Man lauert förmlich auf den Eingang der nächsten E-Mail und hechelt im Grunde der Beantwortung hinterher.
Linda Stone stellte während einer Forschung fest, dass sich unser (nicht unser persönliches aber das der E-Mail-Leser) Atemverhalten drastisch ändert, wenn wir im Posteingang sitzen. Dies betrifft das Lesen und Schreiben von E-Mails gleichermaßen. Wir beginnen förmlich, so auch unser eigener Eindruck, kurzatmig zu werden oder schneller und flacher zu atmen. Nichtzuletzt die Sitzende Position belastet die Atemwege sowieso schon. Auch die Anspannung im Gehirn bei der Bearbeitung des elektronischen Postkorbes lässt unsere Atmung ganz entschieden negative Veränderungen annehmen.Teilweise atmen wir fast gar nicht beim lesen oder schreiben von Mails. Diese Atemnot führt zu Sauerstoffmangel und erhöht das Risiko von Herzinfarkten.
Diese veränderte Atemweise führt dazu, dass der Körper gestresst wird. Der Körper geht vergleichsweise in einen Zustand von Flucht oder Streit über. Hier gibt es entsprechend medizinisch nachgewiesen erhebliche Parallelen. Das Problem besteht nur darin, dass wir es nicht wirklich merken. Erst, wenn wir beim Lesen einer E-Mail die Tastatur am liebsten in den Monitor werfen würden, weil uns diese Mail so stupide oder unsinnig erscheint und in einem normalem körperlichem Zustand die Beantwortung auch keine Probleme machen würde, wachen wir auf. Dann ist es aber leider zu spät. Der Körper selbst hat sich schon mit Stresshormonen aufgepumpt und der nächste bekommt es ab. Meist ist es – wie soll es auch anders sein – jemand, den wir eigendlich mögen oder besonders brauchen. Ein Mitarbeiter, Kollege, Kunde oder die Familie. Der permanente Umgang mit E-Mails kann auch Auslöser und Begleitursache des eigenen Burnout sein. Wir hatten darüber bereits mehrfach in diesem Blog geschrieben und das Burnoutsyndrom vorgestellt und Tipps für Sie zur Vermeidung bereitgestellt.
Doch wie lassen sich körperliche Beschwerden und Krankheiten vermeiden? Lindas Tipps:
- tiefe Atemzüge regelmäßig
- Aufstehen und Durchatmen
- Mehrere Schritte gehen um die Muskeln zu entspannen.
- Mailbearbeitung nach Zeitschematas durchführen
- Internen E-Mailverkehr durch Regelungen reduzieren
Nutzen Sie diese Tipps und sprechen Sie auch mit Kollegen über die ständig steigende E-Mail-Flut im Unternehmen.
Sicherlich ist E-Mail eine noch junge und stark wachsende Kommunikationsform mit Kunden, doch intern ist diese oft schon ein fester Bestandteil der Arbeit. Sprechen Sie auch mit Vorgesetzten oder Ihrem Webadministrator in Bezug auf die Kundenanfragen / Kundenbeschwerden oder andere Kontaktformen mit Personen außerhalb des Unternehmens über einfacherer oder moderener Methoden wie Datenbanken, Eingabeformulare, automatische Druckausgaben oder ähnliches. Auch wenn es ein paar tausend Euro in der Programmierung kostet, erleichtert es vielen Mitarbeitern, ob Kundensupport, Reklamationsstelle oder Vertriebsabteilung erheblich die Kommunikation, spart Zeit und damit Geld. Und letztlich schont es Ihre Gesundheit.
Wie bewältigen Sie Ihren Posteingang? Schreiben Sie uns oder kommentieren Sie gerne diesen Beitrag.
Einen schönen Dienstag
Die Redaktion
//O.F.
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