Merkel will Unternehmen auf Aufschwung einschwören
Geschrieben am: 24. November 2008 in Arbeitsmarkt, Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Arbeitsmarkt, Entlassungen, Nachrichten, News, Unternehmen, Wirtschaft
Da schlackern einem ja die Ohren. Mir zumindest, als ich Samstagabend im Radio hörte, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unternehmen auffordert, Mitarbeiter auch in Krisenzeiten nicht zu entlassen. Ach je. Bekommt Frau Merkel jetzt einen Anflug von Panik? Dachten wir nicht alle, dass die Unternehemn sooooo solide aufgestellt sind, dass der Geldverbrennungsprozess an den Börsen einfach an uns vorbei geht?
Merkel fordert von Unternehmen: Keine Entlassungen
Also entweder habe ich was nicht mitbekommen, oder ich mache deutlich was falsch. Da fordert die Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel die Unternehmen auf, trotz Konjunkturschwäche, Finanzkrise und Absatzflauten über verschiedenste Branchen, keine Entlassungen vorzunehmen.
Mit dem sinngemäßen Satz: “Wenn es nach der Finanzkrise wieder weitergeht, würden Fachkräfte gebraucht, die man jetzt vielleicht unüberlegt entlässt und nicht so schnell wiederbekommt.” Gleichzeitig soll während der Finanzkrise an der eigenen Infrastruktur gearbeitet werden. So sollen in den nächsten Jahren alle über einen schnellen Internetzugang verfügen können.
Aha! Ruft Frau Merkel da gerade wieder einen neuen Aufschwung aus?
Sicher. Nach jedem Tal kommt ein Anstieg und dann geht es aber auch bekanntlich wieder bergab bevor es wieder hoch geht. Wirtschaft halt. Und jetzt sollen alle wieder auf einen Aufschwung hoffen? Oh je. Ich mag ja nicht schwarzmalen, aber ich prophezeie im Sommer eine Arbeitslosenquote von ca. 3,5 bis 3,8 Millionen Menschen für Deutschland. Es gibt Unternehmen aus der Automobilindustrie, die seit zwei oder drei Monaten schon nicht mehr produzieren. Wie lange können die sich das leisten? Ob die an einen kurzfristig erreichbaren Aufschwung glauben?
Ja und es gibt tatsächlich noch Regionen mit 0-Chance-auf-Internet oder dem Sparsamsten-DSL-aller-Zeiten-namens-DSL-Lite mit verstärkter ISDN-Geschwindigkeit. 368kb/sek glaube ich. Weiß ich aber auch nicht. Ich kann zwar auch nicht mit einer 14er Leitung prahlen, aber das was anliegt reicht hier für’s Büro und allen Spielkram aus. Aber ist das nicht Sache der Telekom? Wie kann Sie das versprechen? Was davon zu halten ist, wissen wir ja spätestens seit der letzten Wahl.
Ich lasse mich da gerne überaschen? Tendenziell ist aber auch zu bemerken, dass die Medien das Thema jetzt im begonnenen Weihnachtsgeschäft gerne außen vor lassen. Obama oder Außenpolitik werden da gerne vorgezogen. Finanzsorgen will halt keiner gerne vor Weihnachten hören und schon gar nicht gesagt bekommen, ein Teil davon zu sein. Wer nicht gerade, meist beruflich begründet wie wir, ständig Wirtschaftswebseiten, Newsportale in mehreren Sprachen und sonstiges Wirtschaftszeug laufen hat bekommt das auch gar nicht mit. Erst letzte Woche traf ich jemanden, der von der Kurzarbeit bei Opel und Daimler noch gar nichts gehört hatte.
Finanzkrise? Was ist das? Aber wir doch nicht!
In diesem Sinne ändern wir jetzt unseren Glauben und Glauben mal daran, dass die Unternehmen gerade jetzt verstärkt Mitarbeiter einstellen oder wenigstens niemanden vor Weihnachten entlassen. Letzteres wünsche ich übrigens niemanden.
Einen erfolgreichen Start in die neue Woche
wünscht der Admin
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