Mitarbeiter ausspioniert – Bahn jetzt auch?
Geschrieben am: 29. Januar 2009 in Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Bahn, Bespitzelung, Datenschutz, Gewerkschaft, Risiko, Skandal, Tarifverhandlungen, Unternehmen
Der Medienrummel um die systematische Bespitzelung von Mitarbeitern bei Lidl, Siemens oder auch der Telekom ist noch nicht lange verhallt, da kommt ein neuer Bespitzelungsskandal durch die Medienlandschaft gerauscht und wirft wieder hohe Wellen auf.
170.000 unter Generalverdacht
Diesmal ist es die Bahn, die Schlagzeilen macht.
Entsprechend der Pressemeldungen, beispielsweise hier, hatte die Bahn eine Vielzahl der eigenen Mitarbeiter überprüfen lassen um die interne Korruption zu reduzieren. So jedenfalls die offizielle Version. Es wurde bekannt, dass die Personendaten aus den Personalakten von Bahnmitarbeitern mit Datenbanken von Unternehmen abgeglichen wurden, mit denen die Bahn Geschäfte pflegt.
Politik und Datenschutzbeauftragte schrien wieder laut auf und sprachen von einem enormen Aufwand und einer absolut unberechtigten Handlungsweise seitens der Bahn. Bei der Gelegenheit wurde gleich der Rücktritt Mehdorns gefordert, sollte sich herausstellen, dass der Bahnchef davon wusste. In den Medien wurde aber auch berichtet, dass diese Bespitzelung schon aus dem Jahre 2002 bzw. 2003 stammt und ursprünglich nur von 1000 Fällen die Rede gewesen war. Es wurden auch mehr als 100 Mitarbeiter mit dubiosen Kontakten zu ausführenden Dritten gefunden. Nicht gerade viel, beschäftigt die Bahn doch mehrere hunderttausend Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen in Deutschland.
Schon andere Unternehmen sind mit Mitarbeiterdurchleuchtungen, Überwachungen und verstößen gegen den Datenschutz unangenehm aufgefallen. Bekanntester Fall: Die Mitarbeiterüberwachung beim Lebensmitteldiscounter Lidl. Jeder Mitarbeiter in einem Unternehmen muss mit zunehmender Digitalisierung der Unternehmensabläufe auch besonderes Augenmerk auf den Schutz der eigenen Daten legen. Das sich das bisweilen auch schwierig gestalten kann und wird, sollte jedem klar sein. Wichig ist es aber für jeden, mögliche Risikofaktoren unbedingt mit Vorgesetzten zu besprechen und die absolute Offenheit zum Thema Datenschutz innerhalb des Unternehmens zu fordern.
Warum beschleicht mich aber gerade jetzt der Gedanke, dass das während der Tarifverhandlungen der GDBA und Transnet mit den Arbeitgebervertretern, genau den Gewerkschaften ein gefundenes Zuspiel ist. Der Arbeitgeber ist bei Tarifverhandlungen schon so nicht gerade mit Imagesteigerung gesegnet und ge5rade dieser Skandal, drückt zusätzlich auf den Arbeitgeber.
10% fordern die Gewerkschaften und seit dem Lokführerstreik im vergangenen Jahr ist es in Deutschland auch möglich, im zweistelligen Prozentbereich zu fordern. Bahnkunden allerdings haben keinen Grund sich zu freuen oder hämisch zu Grinsen. Warnstreiks im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen werden heute wieder für zahlreiche Verspätungen und grimmige Gesichter sorgen. Ein kurzer Warnstreik soll die generelle Streikbereitschaft der Bahnmitarbeiter demonstrieren.
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