MJ und die unendliche Karriere
Geschrieben am: 24. Juni 2010 in Sonstiges
Schlagworte dieses Artikels: Geld, Gewinn, Karriere, Medienrummel, Michael Jackson, Streit
Morgen jährt sich der Todestag von Michael Jackson und auch wir wollen ihn hier nochmals gedenken, nunmehr seit einem Jahr nicht mehr auf der Erde und trotzdem fast permanent in allen Radios, Zeitungen, Köpfen und Herzen. Eine Karriere im Showbiz, die wohl mit dem Tode des großartigsten Künstlers aller Zeiten noch lange nicht zuende ist.
Die unendliche Karriere des Michael Jackson
Vor genau einem Jahr mussten wir hier an dieser Stelle schreiben, dass der King of Pop nicht mehr unter uns weilt. Ein trauriger Tag für alle Fans des, oftmals auch sehr skuril anmutenden Entertainers. Alle TV-Sender werden heute (20:15 Pro7) und morgen (20:05 Ntv) das große MJ-Special auspacken und ThisIsIt und Moonwalker, sowie zahllose Reportagen werden zu sehen sein.
Ein glücklicher Tag für die Musikindustrie, wie sich jetzt nach einem Jahr herausstellen sollte.
Sein Erbe war nicht allzu hoch und seine Schulden doch recht gewaltig. Eine heruntergekommene Neverland-Ranch und eine Karriere am Boden, die nochmals durch eine Tour einen würdigen Abschluß finden sollte. Ob es je so gekommen wäre ist sehr fraglich, doch für all diejenigen, die an Michael Jackson schon zu Lebzeiten verdient haben, war es nicht nur ein trauriger Tag sondern auch der Beginn von klingelnden Kassen und Millionengewinnen.
Seit dem Tod von Michael Jackson wurden zigtausende Fotos verkauft und die Teeniezeitschrift-Bravo brachte seither wöchentlich neue Storys und Bildmaterial. Aber auch viele andere Zeitschriften und Verlage kauften Bilder und druckten den King of Pop seither öfter ab, als in allen 45 Jahren seiner langen Karriere.
Seine Songrechte an diversen Titeln wurden meistbietend versteigert und selbst auf der Neverland-Ranch zieht wieder Leben ein. Die arg vernachlässigte Ranch wird gerade wieder aufgebaut und neue Anpflanzungen werden gesetzt. Ob es eine Pilgerstätte oder ein Museum wird ist noch unbekannt. Aber nach Presseberichten haben Arbeiten an der Ranch und am Freizeitpark bereits begonnen.
Schätzungen von Experten und Vertrauten des Kings gehen von 1 Milliarde Umsatz seit dem Tod von Michael aus. Eine unvorstellbare Summe, wenn man bedenkt, dass sich das letzte Album “Invincible” nur knapp 2Mio mal verkaufte. Es lag wie Blei in den Regalen und auch das Album davor war nicht wirklich erfolgreicher. Jetzt ist der Reibach, für uns übrigens total unverständlich, schon 1Milliarde Dollar groß und er wird auch weiter wachsen. Sony sicherte sich unzählige neue Songs, Duette und Neuauflagen, die bereits fertig waren.
Diese kommen, so die Pläne, scheibchenweise (wie sollte es auch anders sein im Zeitalter der CD/DVD) bis 2017 auf den Markt. Aber nicht alles auf einmal, sondern immer hübsch gemixt. Alt und Brandneu.
Das gibt es nicht oft im Business. Ja, im Showbiz, da geht soetwas. Alternativ verdient sich der erschossene Rapper 2Pac seit einigen Jahren immernoch (oder gerade deswegen?) eine goldene Nase an neuen Songs und taucht regelmäßig posthum in den Charts auf. Falko schaffte es, nach seinem tragischem Unfalltot, sein letztes und bereits fertig produziertes Album lange in den Charts und damit die Verkaufszahlen hoch zu halten. Elvis, der unsterbliche Hüftschwung, wird ja nun öfter mal irgendwo in den Staaten gesehen. Auch er verdient sich jährlich ein hübsches Sümmchen an seinen Scheiben. Er ist eben kult. Depeche Mode verkauft im Jahr alleine in Deutschland für ca. 15.000Euro Tantiemen Alben, auch wenn Sie lange abstinent sind. Die Beatles, ein Paradebeispiel für Karriere nach dem Tod eines Sängers oder Bandmitglieds. Noch heute kassieren die Hinterbliebenden dicke Prämien an Plattenverkäufen und anderen Produkten. Ganz vorn mit dabei, Paul McCartney. Und bei einigen der genannten (mit Ausnahme von Paul – der ja bekanntlich noch lebt), könnte man auf den Gedanken kommen, dass diese jetzt auf einer Südseeinsel sitzen und Geld zählen. Verwunderlich ist es jedenfalls nicht.
Ob sich der King of Pop das so gewünscht hätte? Wir wissen es nicht. Das Geld hätte ihm sicher gut getan, doch von Geld und mit dessen Umgang hatte er sowieso keine Ahnung. Er hatte immer nur sagen müssen was er wollte und es wurde besorgt. Alles, zu jeder Zeit. Und dies galt leider auch für das starke Betäubungsmittel Propofol.
Auch als Fans des King of Pop wird sich hier aber mit Sicherheit kein neues Album in das Regal gesellen. Auch wenn die Songs schon fertig waren. Eine Performance des King of Pop auf die Songs zu sehen wäre deutlich passender und dies wird es nicht mehr geben.
Also werden wir uns heute Abend nochmals This Is It ansehen und hoffen, dass Pro7 die Werbepausen sparsam und an den richtigen Stellen setzt. Ein unglaublich guter Film, den wir bereits aus dem Kino kennen. Das ist aber auch das einzige Geld, was für Michael Jackson sonst geflossen ist, wenn man mal von Töchterchens Bravo absieht.
Der mediale Hype um den King of Pop wird mit Sicherheit irgendwann auch wieder abebben. Das ist normal und dann wird diese Karriere endgültig zu Ende gehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Herren von Sony & Co. rechtzeitig merken, wenn wirklich Schluß ist. Runtergedudelt und ausgeleiert macht es auch den größten King of Pop wieder kaputt.
Einen entspannten Fernsehabend wünscht
//O.F.
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