Neue Berufe – Neue Chancen für Bewerber
Geschrieben am: 28. Januar 2009 in Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Aus der Praxis, Berufsgruppen, Berufswahl, Bewerbung, Neue Berufe 2008, Schulabgänger
Jedes Jahr im August / September wird die Berufswelt bunter. Auch im letztem Jahr gab es wieder neue Berufe, bei denen man sich fragen könnte: “Was lernt der denn? Das ist ein Ausbildungsberuf?”
Manchmal schaut man etwas ungläubig und glaubt, sich verhört zu haben oder man beginnt über den Sinn und Zweck dieser Maßnahme nachzudenken, wenn es den eigenen Beruf betrifft, der sich durch die Neuerfindung eines Teilbereiches als eigenständiges Berufsbild in einer Zerlegungsphase befindet.
Neue Berufe für Schulabgänger
Was bringen aufgesplittete Berufsbilder?
Waren es in den vergangenen Jahren Berufe aus den neuen Medien, Call-Center Agents und Telekommunikationsfachkräfte als neue Berufsgruppen, sind es auch seit letztem Jahr zum Beispiel der Speiseeishersteller oder gar der Automatenfachmann. Zusätzlich zu diesen können sich Schulabgänger noch zum Fotomedienfachmann/-frau, zum Personaldienstleistungskaufmann/-frau sowie zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit oder auch in Zweijahresausbildung in der abgespeckten Variante des Automatenfachmanns und auch zum Produktionstechnologen ausbilden lassen.
Zudem gibt es neue Ausbildungsordnungen in einigen Berufen, die die Qualität und Quantität dieser Berufe weiter fördern sollen. Dazu gehören unter anderem die Friseure und die Seiler. Letztere Berufsgruppe stellt Seile und Nezte her, die in traditioneller Weise und auch mit Hilfe modernster Technologien hergestellt werden können. Dabei stellt sich aber immer die Frage, ob nicht zuviel aus bereits bestehenden Berufen herausgebastelt wird und neue Sachen erfunden werden, die doch eigentlich ausgiebig von anderen Berufen abgedeckt sind. So soll der Automatenfachmann in der Ausbildung nicht nur das Aufstellen und die Wartung von Automaten erlernen, sondern auch die Kassenabschlüsse oder die Ermittlung des Konsumverhaltens erlernen. So will es jedenfalls das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Gerade bei diesem Beruf ist die berufliche Weiterentwicklung durch neue Technologien und funktionen, sowie die Art der Präsentation von Produkten in Automaten nicht ganz klar erkennbar.
Der DGB warnt vor dem “Berufebasteln und kritisiert die neuen Berufsgruppen wie den des Speiseeisherstellers. “Dies könne man,” so Thomas Giessler vom DGB “als Zusatzqualifikation bei Konditoren mit einbringen. Berufe müssen für diejenigen, die ihn erlernen Mobilität und Entwicklung garantieren und nciht irgendwo als Nischenjob enden. Das Schlüsselwort ist der dynamische Kernberuf und nicht das Berufebasteln.” “Als Ausbildung getarnte Nischenberufe seien Kontraproduktiv und zweijährige Ausbildungen bilden automatisch innerhalb eines Berufes wieder eine Zweiklassengesellschaft in denen die mit der besseren Ausbildung nicht zwangsläufig profitieren.” so Giessler weiter. Bestes Beispiel dafür sind die Kaufleute im Einzelhandel. Die Untergruppe vom Kaufmann im Einzelhandel sind Verkäufer mit zweijähriger Ausbildung und da noch untergeordnet sind die “Fachkräfte im Verkauf”. Wem soll ein Ladenbesizter einstellen? Oder der Koch oder die Restaurantkauffrau. Auch hier gibt es schon Untergruppen.
Als Innovation und wirklich neu bezeichnet der DGB den Produktionstechnologen, der, so das Ausbildungsbild, die Stabilität der Prozesse und die Qualität der Produkte im Entwicklungs- und Produktionsbereich beobachtet.
Lassen wir uns mal überraschen, was 2009 noch so kommt.
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