SAAB’s Motor ist aus
Geschrieben am: 19. Februar 2009 in Arbeitsmarkt
Schlagworte dieses Artikels: Automobilindustrie, Finanzkrise, Insolvenz, Insolvenzantrag, Konjunkturflaute, Pleite, Saab, Wirtschaftskrise
Schweden hat jetzt mal wieder die Chance, seine eigene Automarke zu retten. Die Turbulenzen rund um General Motors sorgten in den letzten Tagen für einen extremen Kurseinbruch bei SAAB, so dass dieser als erstes Unternehmen seine Zahlungen heute Mittag einstellte und Insolvenz anmeldete.
Schwedischer Autobauer SAAB beantragt Insolvenz
Heute Mittag traf es den ersten aus der Autobauerriege und es war kein geringerer als die GM-Tochter, die das Handtuch warf und Insolvenz anmeldete.
Verkaufsflauten sind nicht nur in Deutschland an der Tagesordnung. So verkaufte beispielsweise das Autoforum in Akalla nördlich von Stockholm und auch Holmgrens Bil in Linköping seit Jahresbeginn nicht einen Neuwagen. Dies sind allerdings nicht die einzigen Händler in Schweden, den es derzeitig schlecht geht. Absatzeinbrüche gibt es eben auch in Skandinavien und so ist die GM-Tochter in den letzten Tagen gehörig ins trudeln geraten. Die Querelen um GM ließen den Aktienwert auf ein Rekordtief fallen und die Unfähigkeit des Konzerns, auf eigenen Beinen stehen zu können sorgte nun heute für den Insolvenzantrag, wie DI.se berichtet. (Företagsrekonstruktion auf schwedisch)
Bei Saab direkt arbeiten ca. 4600 Menschen und inklusive aller Zulieferer sind nun 20-25.000 Personen betroffen. Eine Riesenzahl, wenn man bedenkt, dass in Schweden nur knapp 8,5 Mio Einwohner leben. Da wirken 25.000 eben auch gleich anders, wenn es keine Rettung für den Autobauer gibt.
Spekulativ wird jetzt natürlich auch die Beteiligung von Volvo und des schwedischen Staates gefordert und GM signalisierte bereits, sich vorstellen zu können, dass Schweden durchaus die Ressourcen an Saab haben könne, so denn 400 Millionen US-Dollar fließen würden. Man verhandelt bereits und das ist in dieser Situation auch wichtig, ist Saab doch auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Schweden, eine Marke, ein Prestigeprodukt und ein Imageträger. Volvo würde zwar gerne, doch gehen auch dort die Aufträge und Verkäufe auf die derzeitig überall anstehenden 20% zurück, so dass an eine Ganz- oder Teilinvestition bei SAAB kaum zu denken ist.
Hier zeigt sich wieder deutlich die vielgeprisene Globalisierung von seiner schlechtesten Seite. Gerade GM ging mit SAAB bereits in den letzten Jahren nicht besonders zimperlich um. Wie Opel in Bochum stand auch das SAAB-Werk in Trollhättan mehrfach schon auf der Kippe. Gewinne wurden von GM immer gleich abgesaugt und die Vermarktung der Marke leif zuletzt auch nicht mehr berauschend.
Bleibt abzuwarten, was sich dort entwickelt und wie es mit den anderen GM-Töchtern weitergehen wird.
Wir bleiben dran.
Mvh
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