SAAB’s Rettungsplan – Ein Autobauer kämpft um’s Überleben
Geschrieben am: 20. Februar 2009 in Allgemein, Arbeitsmarkt
Schlagworte dieses Artikels: Automobilkrise, Finanzkrise, Insolvenz, Rettungsaktion, Saab, Schweden
SAAB’s Antrag auf das Insolvenzverfahren wurde genehmigt und der Konzern hat einen Krisenplan, der das angeschlagene Unternehmen retten soll. Eiin 4-Punkte-Plan soll die Millionenverluste in die Gewinnzone rücken. Modelle mit dem Opa-Flair und eine starke Abhängigkeit von General Motors haben SAAB in eine tiefe Krise gestürzt.
Neue Modelle und Einsparungen
Konzern will den Motor wieder in Schwung bringen
2008 war nicht nur für SAAB ein hartes Jahr. Mit über 3 Mrd. Kronen Verlust wurde das Jahr abgeschlossen und die Finanzkrise in der Welt und bei GM taten das Übrige. Nach SAAB’s eigenen Angaben wurde der Verlust auch deshalb so hoch, da man eher an altbackenen Modellen arbeitete und die Konzentration, schwedish like, an Bewährtem festhielt. Nun ist der Insolvenzantrag genehmigt und Rechtsanwalt Guy Lofalk als Verwalter und Retter bestimmt worden.
SAAB’s 4-Punkteplan
• Konzentration auf Entwicklung und Verbesserung.
• Abspaltung von GM durch mehr eigene Freiheit.
• “Aufräumen” und Markteinführung drei neuer Modelle bis 2011.
• Finden neuer Investoren.
Ironie des Schicksals ist dabei, dass SAAB bereits auf den nächsten neuen Modellen sitzt. Diese sind bereits produktionsfertig. Man hatte die Markteinführung allerdings als noch nicht notwendig erachtet. Wären die Wagen vor oder zu Beginn der Finanzkrise auf den Markt gekommen, wären die Verluste nicht so hoch geworden. Matts Carlsson, Automobilexperte in Schweden und Geschäftsführer des Göteborg Management Institute sagte gegenüber der Zeitung EXPRESSEN, dass SAAB sich in den letzten Jahren immer nur an alten Produkten festgehalten hat und nun die Einführung von neuen Modellen und einem umfangreicheren Modellprogramm die Wende geschaft werden könnte.
Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöfer hält SAAB und OPEL allerdings keineswegs für alleine Überlebensfähig und favorisierte ein zusammengehen beider Konzerne, welches bereits durch gemeinsame Designcentren, Plattformen und der Produktion von SAAB Modellen in Rüsselsheim gut funktioniert. Die Schweden halten sich dabei aber durchaus für überlebensfähig. Mit einem, fast schon an Arroganz grenzendem Selbstwertgefühl, wollen die Schweden den Sprung zurück auf den Markt schaffen. Der schwedische Staat will sich allerdings nicht wirklich an Saab beteiligen, da der Konzern seit mehr als 8 Jahren keine Gewinne verbucht und zum Verlustgeschäft werden könnte. Verhandlungen laufen aber noch.
Natürlich fiebert auch ein ganzes Land mit. Die Traditionsmarke mit über 60 Jahren Automobilbauhistorie wird in Schweden als Heimmarke sehr hoch angesehen, auch wenn beispielsweise Toyota und Honda in den letzten 4 Jahren kontinuierlich Verkaufsrekorde beim nördlichen Nachbarn erreichen konnten.
Bewerben kann man sich allerdings trotzdem bei SAAB in Schweden oder auch in Rüsselsheim. Ein Ammenmärchen, dass man sich nicht bewerben soll, wenn ein Unternehmen so mit schlechten Nachrichten zugepflastert ist. Wer was kann und das auch vernünftig präsentierten kann, soll sich sogar bewerben. Es kommt immer in solchen Situationen auf Menschen an, die in die Hände spucken können.
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