So werden Praktikanten für Sie wertvoll
Geschrieben am: 4. Februar 2010 in Arbeitsmarkt
Sicher haben Sie auch schon Anfragen von Freunen, Kollegen oder Mitarbeitern erhalten, ob deren Kinder im Unternehmen ein Praktikum durchführen können. In der Schule sind diese Berufspraktika bereits Pflicht, da diese der Berufsfindung dienen sollen. Oft suchen die Schüler lange und vergeblich nach einem Praktikumsplatz, auch wenn diese bereits Vorstellungen von der beruflichen Zukunft haben. Schaffen Sie berufliche Perspektiven für die Jugend und sagen Sie “JA” zu Praktikumsplätzen im Unternehmen.
Praktikum – Karriere durch frühe berufliche Wegbereitung
In vielen Regionen sind Praktikumsplätze rar. Entsprechend lange suchen Schüler und kommende Schulabgänger nach diesen Plätzen. Viele müssen aus diesem Grund auch Praktikas annehmen, die sie gar nicht wollen. Jungs arbeiten in Autowerkstätten und spielen für die Angestellten Reifenträger obwohl sie eigentlich Architekt werden wollen, Mädchen machen “schnell mal” ein Praktikum im Supermarkt, obwohl diese eher in die Werbung gehen wollen oder Lehrerin werden möchten. Alles schon vorgekommen und es passiert immer wieder.
Dabei ist es gerade heutzutage sehr wichtig, der Jugend frühzeitig Berufe und Arbeitsabläufe des Traumjobs vorzustellen. Bilder und Informations-CD’s reichen dort bei weitem nicht mehr aus. Immer nur das “Gelbe vom Ei” zu präsentieren ist kontraproduktiv und sorgt für Lehrstellenabbruch, Jobhass und Fehlzeiten während der Lehrausbildung und auch später im Berufsleben. Nur allzu oft werden auch wir damit konfrontiert. Als sich die Tochter für den Beruf des Optikers entschied und ein Praktikum bei einem befreundeten Optiker eben diesen als nicht so ideal für sie darstellte oder ein Nachbarsjunge, der gerne Koch werden wollte, aber mit dem Tempo und dem Druck in der Gastronomie gar nicht klar kam.
Wenn Sie Anfragen nach Praktikumsplätzen erhalten, sagen Sie “JA” und geben Sie der Jugend eine Möglichkeit, vorab in den Beruf zu schnuppern. Lassen Sie vielleicht auch Interessenten vorab mit einem Gespräch die Vorstellungen von diesem Beruf beschreiben. Geben Sie einen Testtag, bevor Sie ein Praktikumsvertrag für mehrere Wochen unterschreiben.
Wir haben einige nützliche Tipps dafür gefunden, die im Magazin “Management Today” kürzlich veröffentlicht wurden.
- 1. Gibt es überhaupt was zu tun?
Sagen Sie nur Ja, wenn es Aufgaben und einen Arbeitsplatz für einen Praktikanten gibt. Wenn Sie sich wegen mangelnder Aufträge schon “langweilen” oder die Belegschaft in Kurzarbeit ist, sollten Sie nicht mit Praktikanten anfangen. Auch will kein Praktikant der Kaffeekocher der Firma sein.
- 2. Einführung
Sorgen Sie dafür, dass im Unternehmen jeder weiß, wer der Praktikant ist, wie er heißt und wie lange er oder sie da ist. Natürlich stellen Sie, vielleicht auch in einer kurzen Abteilungsbesprechung, die Arbeitsaufgaben des Praktikanten vor. Mit “müssen wir mal sehen” wirken Sie unglaubwürdig und das wird so auch nach außen getragen.
- 3. Feedback.
Ihre Mitarbeiter wollen Feedback. Sie wollen Feedback. Denken Sie daran, dass es eine ganz neue Erfahrung des Praktikanten ist und geben Sie Feedback nicht erst am Ende des Praktikums. Reden Sie darüber, was er oder Sie gut gemacht hat und was weniger gut war. Geben Sie ständig Tipps. Auch wenn es anfangs nicht so scheint, werden sich diese einprägen und später Verwendung finden.
- 4. Geben und nehmen
Oft sind Praktikanten die Kaffeekocher der Firma. Das wäre ja noch in Ordnung, wenn es denn nicht allzu oft vorkommt. Auch werden Praktikanten oft als Putzteufel missbraucht. Das sollte man auch auf ein übliches Mindestmaß in den Arbeitsaufgaben beschränken. Es ist aber auch in Ordnung, den Praktikanten ungeliebte Routineaufgaben machen zu lassen, aber bitte nicht nur. Testen Sie vieleicht auch mal die Abwechslung, so wie Sie die haben und geben Sie auch für spezielle Aufgaben Verantwortung. Das fördert die Entwicklung des Praktikanten.
- 5. Aufsicht
Praktikanten sind nicht eingespielt. Praktikanten sind jung und unerfahren und benötigen oft Anleitung. Wenn Sie keien Zeit haben, delegieren Sie die Aufsicht. Lassen Sie dabei aber genug Freiraum, damit sich der Praktikant nicht eingeschränkt fühlt.
- 7. Statussymbol
“Du hast das Praktikum dort doch nur, weil Dein Vater Chef ist.” Das hört man alle Nase lang. Geben Sie dem Praktikanten nicht das Gefühl nur mitzulaufen und einen Status als “Sohn” oder “Tochter des Chefs” zu haben. Stellen Sie auch im Praktikum Regeln (insbesondere Datenschutz, SocialMedia-Kommunikation, etc) für den Praktikanten auf.
- 6. Praktikantenregister
Nur ein Praktikum? Bei weitem nicht. Speichern Sie die eigenen Praktikumsberichte und natürlich die Kontaktdaten. Ein guter Praktikant kann der nächste Glückliche bei der Lehrstellenausschreibung sein. Sie können so auch von sich aus an die ehemalikgen Praktikanten herantreten und eine Lehrstelle anbieten. Schaffen Sie sich ein Praktikantenregister.
Wir wünschen viel Erfolg mit Ihren Praktikanten.
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