Studie beweist: Profile im Web 2.0 sind schädlich für den Job
Geschrieben am: 12. März 2009 in Arbeitsmarkt, Bewerbungs-ABC
Schlagworte dieses Artikels: Aus der Praxis, Bewerbungsprofile, FH, Profile im Netz, Studie, StudieVZ, Web 2.0, Wiesbaden, Xing
Ich hatte es ja schon mehrfach behauptet und von vielen nicht immer nur Zuspruch bekommen und trotzdem bekam ich mal wieder recht. Spuren im Web sind gefährlich für den Job und für die Bewerbung auf einen neuen. Nicht nur, dass die meisten Portale Geld kosten und doch so sinnlos sind wie Calgonit gegen Glaskorrosion, sind mehr als 84% aller Personaler der Meinung, dass Bewerber aufpassen sollten, was sie so ins Netz stellen.
Profile im Internet sind nicht immer gut für die Karriere
Bereits an mehreren Stellen wurde hier auf dieser Seite ja schon darauf hingewiesen, dass man mit seinen Profildaten nicht nur aus sicherheitsgründen vorsichtig sein sollte.
Ein Profil bei Xing, LinkedIn oder Facebook ist schnell eingerichtet und schon beteiligt man sich auch ganz schnell an der integrierten Community. Das das während der Arbeit nicht gerade empflehlenswert ist, brauche ich hier ja nicht nochmal erwähnen, oder lesen Sie gerade während der Arbeit? Na so was!
Wird man dabei erwischt, kann man sich in seltenden Fällen noch mit beruflichen Belangen herausreden, wer aber während der Arbeitszeit in der Xing-Gruppe “Camping und Outdoor” oder “Der Soundtrack meines Lebens” oder ähnlichen Freizeitgruppen postet, kommt schnell in Erklärungsnot. Auch das was man postet kann von geschickten Personalern gefunden und gelesen werden und mit einem kann man immer rechnen. Der Personaler der eigenen oder der neuen Firma hat immer einen Zugang in solchen Portalen.
Es gibt eine neue Studie zur Bewerberauswahl, die sich da nennt
“Rein ins Web 2.0 – raus aus dem Job!”
Hier einige Auszüge:
Nutzen Sie Google, XING, Facebook, LinkedIN, studiVZ? Oder finden sich Kommentare, sportliche Ergebnisse oder Blog-Einträge von Ihnen oder über Sie im Internet? Was für eine Figur machen Sie im World Wide Web? Wie viel Zeit bleibt für den Beruf, und was ist für Sie wirklich noch privat?
Background-Checking
Sie glauben, jetzt haben Sie es geschafft? Weit gefehlt, denn bereits jeder dritte Personaler nutzt heute das Internet, um sich über zukünftige Mitarbeiter zu informieren. Häufig genutzt werden Suchmaschinen wie Google oder soziale Netzwerke wie XING und StudiVZ, aber auch ganz spezielle Personensuchmaschinen wie z.B. Yasni sind laut der aktuellen Befragung der FH Wiesbaden im Einsatz. Sie müssen davon ausgehen, dass alles, was über Sie oder über Ihre Namensvetter im Internet zu finden ist, dem Personaler auf den Schreibtisch kommt. Manch ein Eintrag wird dazu führen, dass Sie gar nicht erst eingeladen werden. Andere Informationen können im Vorstellungsgespräch unbequeme Fragen aufwerfen.Kompromittierende Spuren im Internet
Ganz den eigenen Empfehlungen folgend, hat der Autor dieses Artikels darauf verzichtet, seinen Namen unter diesen zu setzen. Auch seinen Kindern hat der Autor in Folge dieser Umfrage ausdrücklich verboten, ohne Rücksprache mit dem Familienoberhaupt Fotos oder persönliche Daten ins Internet zu stellen. Schließlich will man nicht durch Beiträge der Kinder in SchülerVZ oder StudiVZ kompromittiert werden. In 20 Jahren mag dann alles anders sein. Dann gibt es keinen Bewerber mehr, über den man nicht schon alles über das World Wide Web erfährt. Seine sexuellen Vorlieben, seine Ausschweifungen, seine Fokussierung auf Marathonereignisse, sein riskantes Free-Climbing, seine Reisen in die Krisengebiete der Welt oder einfach nur seine Klasse im Pokern. Vielleicht wird dann auch ein spielsüchtiger Buchhalter eine Anstellung finden oder ein IT-Administrator, der die Konfiguration seiner Firewall im Internet veröffentlicht. Glücklich sind die Internet-Jünglinge, die bis dahin keinen Lohn benötigen. Allen anderen sei gesagt, dass der Einstieg in das WEB 2.0 den Ausstieg aus dem Berufsleben bedeuten kann.Daten-Dschungel oder weiße Weste?
Sie fragen sich jetzt, warum Sie noch in die Bildung Ihrer Kinder investieren sollen, wenn diese sich ihre beruflichen Perspektiven mit wenigen Klicks im Internet verbauen? Raus in den Wald, weg mit der Kamera und dem Handy, zurück in die Natur und dann frisch und ohne Einträge im Internet ins Bewerbungsgespräch? Aber wer weiß, vielleicht werden ja in der Zukunft Lücken im Internet wie Lücken im Lebenslauf beurteilt. Na, und dann ist es ja auch egal, und fröhlich rein mit Fotos, Filmen, Bewegungsdaten oder persönlichen Daten in Google, StudiVZ, SchülerVZ, Facebook …
Quelle: Online-Befragung zum Bewerberauswahl-Prozess
Kooperationsprojekt der Jobware Online-Service GmbH und Prof. Dr. Wolfgang Jäger (Fachhochschule Wiesbaden)
Befragungszeitraum: November/Dezember 2008
Teilnehmer: “Professionals” aus den Bereichen Recruiting und Personalmarketing unterschiedlichster Branchen und Unternehmensgrößen
Da bin ich aber wieder heilfroh, dass von mir kein Profil bei LinkedIn und Co. (mehr)existiert. Etwas schwirrt bestimmt noch im Netz herum. Mein Xing-Profil hab ich wegen akuter Sinnlosigkeit vor zwei Monaten wieder aufgegeben. Da wird man eh nur von Leuten angerufen, die einem was verkaufen wollen. Die Leute, die ich hier brauchen könnte, wollten gar nicht mit mir in Kontakt treten aber dazu gibt es später noch mal eine Auswertung von 3 extra erstellten Xing-Zugängen und deren Nutzen. Ist in Arbeit. Es dauert aber auch teilweise Wochen, bis der Support der einzelnen Portale einem erklärt, wo der “Account löschen Button” versteckt ist. Es macht richtig Arbeit!
Bleibt nur die Frage: “Was macht man, wenn man Namensvettern mit schlechtem Leumund im Internet hat oder ebendiese Namensgleichen Personen aber auch immer und überall präsent sind?” “Merkt der Personaler, dass der besoffene Typ mit der Hand an der Oberweite der Kellnerin auf einem Bild bei StudiVZ nicht ich bin sondern eben ein anderer mit gleichem Namen?” Da habe ich es noch verhältnismäßig gut. Meine Namensvetter machen beruflich alle das Gleiche und sind weltweit und im deutschsprachigem Netz vertreten. Leider auch bei Xing und Co.
Das Problem mit den Doppelgängern wird wohl noch eine lange Zeit ungeklärt bleiben. Fakt ist nur eines. Sie werden eh nicht eingeladen, wenn der Personaler solche Bilder sieht. Sie haben selten die Gelegenheit eine eigene Stellungnahme abzugeben. Sie könnten die Benutzer anschreiben. Dadurch müssten Sie aber selbst wieder ein Profil erstellen, was wiederum je nach Qualität des Boards von Suchmaschinen gefunden wird. Ein Kreislauf wie der des Wassers.
Einzige Möglichkeit:
Im Lebenslauf haben Sie den Punkt “Sonstiges” und auf der gegenüberliegenden Seite schreiben Sie einfach: “keine Userprofile im Internet”. Könnte helfen, aber ob die Personaler das glauben, wenn es ab jetzt alle machen wie ich, ist fraglich.
Bleibt nur, immer schön vorsichtig, bevor man sich in irgendwelchen Talkrunden anmeldet. Es könnte nach hinten losgehen.
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Aufpassen, was man ins Internet stellt: JA! Gar nicht im Internet auftreten: NEIN.
Es kann durchaus Vorteile bringen, sich im Internet zu präsentieren. Nur sollte dies richtig geschehen. Offene, private Profile wie z. B. bei Facebook sind tabu. Ein professionelles Profil wie man es bei Xing, myON-ID oder LinkedIN erstellen kann, schon fast ein Muss!
Personaler verlangen je nach Aufgabengebiet eine gewisse Internetaffinität, da sieht es bei Bewerbungen sehr gut aus, wenn man sich im Netz professionell präsentiert. Wie gesagt, ist alles private dabei absolut fehl am Platz.
Ist da jemand anderer Meinung?