Tipps für ein besseres Namensgedächtnis
Geschrieben am: 26. August 2010 in Jobpraxis
Schlagworte dieses Artikels: Job, Meeting, Namen, Namensgedächntnis, Stärkung, Training, Verbesserung
Hier ein Treffen auf dem Flur, dort ein Meeting mit vielen unbekannten Menschen, gleich noch Vorstellungsgespräche für eine freie Stelle im Team mit verschiedenen Bewerbern und am Abend noch eine Besprechung mit Lieferanten, Abteilungsleitern. Wissen Sie am Abend eigentlich noch die Namen der Personen, die Sie so trafen? Wir nicht. Aber wir haben ein paar Tipps für Sie, wie Sie Ihrem Namensgedächtnis mal deutlich auf die Sprünge helfen können.
Jeder Name zählt – Stärken Sie Ihr Namensgedächtnis
»Guten Tag, Thomas Schulze*, Angenehm.« Die Begrüßung klappt wie aus dem FF und wird schon fast aus dem Unterbewusstsein abgespult. Teilweise mehrere Dutzend mal am Tag bei Treffen, auf dem Büroflur, in Meetings oder Konferenzen. Aber wissen Sie auch, wie die Leute alle heißen, wenn sie wieder weg sind?
Viele Menschen, ob normale Mitarbeiter oder gar Führungskräfte haben Probleme sich Namen zu merken. Oft vergisst man diese einfach. Das liegt keineswegs daran, dass man einfach zu viele Leute trifft. Es ist das Namensgedächtnis. Mit ein paar einfachen Tricks, die wir im Buch »Remember every name, every time« von Benjamin Levy gefunden haben, können Sie Ihr Namensgedächtnis ab sofort auf die Sprünge helfen. So kommen Sie schneller auf die Namen von Kunden oder Geschäftskontakten und weisen sich schon damit durch besonderes Interesse an der Kontaktperson aus. Das kann bei einem Geschäftskunden durchaus kaufentscheidend sein.
9 Tipps können helfen, das Namensgedächtnis zu stärken:
- 1. In Wiederholung…
Schon bei den Lerntipps steht geschrieben, dass der Mensch besser lernt, wenn er Dinge nicht nur hört, sondern auch sieht und noch besser, wenn er es auch wiederholt. Wiederholen Sie den Namen der Person, der Ihnen bei einer persönlichen Begegnung genannt wird. »Angenehm. Schön Sie zu treffen, Johannes Meier*«.
- 2. Visualisierung…
Stellen Sie sich den Namen bildlich vor. Oft bieten sich Visualisierungen mit Produkten oder anderen Gegenständen an. Beispielsweise: Herr Schneider – Stereoanlage, Herr Krüger – Krug, Frau Marie Andersson- Kekse (schwed. Marke Mariekex)
- 3. In Buchstaben…
Eine sinnvolle und wirkungsvolle Lernmethode für Namen ist die Buchstabierung. Gut, bei Meier, Müller Schulze nicht gerade unbedingt die Methode, doch ungewöhnliche Namen innerlich mal kurz durchzubuchstabieren und ggf. auch nach der Schreibweise zu fragen schadet nicht. Dabei erfährt man gleich noch, ob Meier mit ei, ai oder ey geschrieben wird, wiederholt und bekommt ihn nochmal gesagt. Sonst können Sie sich den Namen auch in Schreibschrift bildlich vorstellen. Auch das hilft sehr gut für die Lerneffizienz.
- 4. Assoziationen…
Versuchen Sie doch mal, den Namen der Person fest mit etwas zu verbinden, was diese Person über sich selbst oder ihren Job erzählt. Beispielsweise Klaus erzählt, dass er zur Entspannung gerne angelt. Er wird als Angler Klaus gespeichert. Oder Niklas läuft gerne Marathon. Er wird Marathon-Niklas.
- 5. Wortspiele…
Es klingt etwas albern, aber kleine Reime und Wortspiele merken sich auf Ewigkeit. Oliver – Feuerwehr – Ist jetzt nicht gerade ein Reim, den man sagen sollte, wenn der Gesprächspartner noch in der Nähe ist, aber zur Wiederholung und als Lerneffekt funktioniert diese Methode hervorragend. Beispiel: Friese der Riese. Es klappt. Erinnern Sie sich nur mal kurz an die Kindertage zurück. Gab es da nicht auch Spielkameraden, die reimbare Namen hatten?
- 6. Helferchen…
Wenn Sie mit einem besonders schwierigen Namen gesegnet (oder geschlagen) sind, ist Ihnen die Tatsache wahrscheinlich bewußt, dass viele Menschen sich zwar Ihr Gesicht merken können, doch die Zuordnung zum Namen nicht klappt. Helfen Sie mit Ihrer Namensnennung aus, sobald Sie merken, dass Ihr Gegenüber Probleme hat und lassen Sie nicht das Gefühl von Peinlichkeit bei Ihrem Gegenüber aufkommen. Erzählen Sie vielleicht auch von einer anderen (oder gar bekannten Person) mit selben Namen. So unterstützen Sie den Lern- und Merkprozess des Gesprächspartners schnell und einfach.
- 7. Schriftlich…
Was wir niederschreiben, merken wir uns besser als das, was wir nur hören. Schreiben Sie die Namen neuer Personen von Meetings auf. Ob Datei oder Schmierzettel ist ersteinmal dahingestellt. Sammeln Sie doch die Visitenkarten und schreiben Sie auf die Rückseite die Gelegenheit des Treffens (Grund) und worüber Sie gesprochen haben. Halten Sie nach einigen Tagen Kontakt. Dies zeigt auch Ihrem Kontakt, dass die Visitenkarte nicht als Karteileiche endet und das Gespräch sinnvoll war.
- 8. Etwas mehr Ehrlichkeit…
Natürlich kann es Ihnen peinlich sein, wenn Sie einen Namen schnell wieder vergessen haben. Aber mit Ehrlichkeit kommen Sie bei Meetings und Gesprächen auch viel weiter. Gestehen Sie ruhig, den Namen nicht mitbekommen oder vergessen zu haben. Unter Umständen hat Ihr Gegenüber eine Standard-Eselsbrücke parat und hilft Ihnen dabei gerne auf die Sprünge.
- 9. Zuvorkommen…
Stellen Sie sich folgende Situation vor. Sie sprechen mit einer Person und eine Dritte kommt hinzu. Sie wissen genau, sie haben schon ein paar Worte gewechselt, kommen aber nicht auf den Namen. Was machen Sie? Der Trick ist ganz einfach. Zwingen Sie die Person direkt, sich nochmals vorzustellen indem Sie die Person mit der Sie gerade sprechen der Dritten Person vorstellen. Dadurch erwiedert diese die Begrüßung und Sie haben schnell den Namen präsentiert. Vielleicht koppeln Sie die Präsentation Ihres Gesprächspartners “Darf ich vorstellen, Herr XY von ABC aus Hintertupfenhausen. ” mit Vielleicht haben Sie sich heute abend schon begenet.” Auf jeden Fall wird die Dritte Person sich selbst auch nochmals vorstellen. Falls es nicht klappt, sehen Sie noch mal bei Tipp 8 nach.
- 10. Extratipp
Persönlich favorisiere ich eine weitere Speicherversion. Mein Mobiltelefon.
Eigentlich habe ich mehrere, doch je nach Art des Treffens frage ich die Kontaktpersonen, deren Nummer ich bekomme, ob ich gleich schnell ein Foto für den Kontaktpunkt im Handy machen kann. Das klappt in 99% aller Fälle. Das Bild wird sofort dem Namen zugeordnet und somit ist auch die Kontaktinformation im Telefon vollständig. Der Rest kommt später von der Visitenkarte oder vom Briefkopf. Wenn man dann mal planlos durch die Kontakte im Telefon surft und auf anscheinend unbekannte Namen stößt, ruft man den Konakt nur auf, sieht das Bild und weiß spätestens dann, woher, warum und weshalb er da drin ist und meistens fällt einem gleich noch ein, dass man mal anrufen müsste. Frei nach dem Motto: Da war doch noch was…
Übrigens: Gibts die schnelle Fotoerlaubnis nicht, gibt’s meist ein Bildchen bei Xing oder Facebook oder Twitter rauszuspeichern und spätestens bei der nächsten Synchronisation mit dem Computer ist der Kontakt auf PC und Mobiltelefon auch mit Bild versehen. Zudem zeigen ja alle Telefone auch die Anruferbilder an, wenn die Rufnummernübertragung des anrufenden Teilnehmers aktiviert ist. So sieht man gleich, wer anruft und erinnert sich woher, warum und weshalb. (Ich hab’s halt gerne vollständig.)
Probieren Sie doch mal diese Tipps und Sie werden schnell merken, dass sich Ihr Personengedächtnis entschieden verbessern wird.
Einen schönen Donnestag wünscht
Die Redaktion
//O.F. (Förster wie Waldmann
)
*Namen fiktiv, Ähnlichkeiten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Quelle: Buch: “Remember every name, every time” von Benjamin Levy – im Fachhandel erhältlich
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