Was taugt Twitter für die Jobsuche?
Geschrieben am: 5. Oktober 2009 in Arbeitsmarkt, Jobpraxis
Glaubt man anderen Karriereseiten im Internet, ist Twitter inzwischen ein wahres Eldorado für Personaler und Unternehmer auf der Suche nach Bewerbern und zur preiswerten Präsentation von Stellenanzeigen. Wir haben es getestet. Was taugt Twitter bei der Jobsuche?
Mit Twitter zum neuen Job?
Das Microbloggingportal Twitter erfreut sich in Deutschland stetig wachsender Beliebtheit. Man schreibt mit wenigen Zeichen Nachrichten und kann dadurch auch kurz und treffend mit anderen Menschen in ein kommunikatives Gespräch treten.
Wir haben über die diversen Möglichkeiten bereits auf diesem Blog berichtet. Inzwischen mehren sich im Internet die Beiträge, dass Twitter das ideale Portal für Bewerber und für Personaler sei.
Wir wollten es genau wissen und haben es ausprobiert. Wir erstellten einen Account auf Twitter. Ein reales Profilfoto wurde eingefügt (man wäre praktisch erkennbar gewesen), einige Tools wurden geladen um schnell follower zu finden und natürlich wurde auch ein fiktiver aber real klingender Klarname verwendet. Im Profil wurde im Bereich Link auf eine online hinterlegte Bewerbung verlinkt und die Bio enthielt die Angaben (Auf Jobsuche, Großhandelskaufmann, 36, flexibel sucht ernsthaftes Jobangebot. Klicken Sie auf die URL für mehr Informationen.)
Ein solcher Account muss natürlich auch gepflegt werden. Also wurden über mehrere Wochen hinweg sogenannte tweets geschrieben. Aus Zeitgründen beschränkten wir uns auf 10 Stk. täglich. Normale, unpolitische Mitteilungen und fast täglich auch einen Tweet mit einer sogenannten Short-URL als Link zum Bewerbungsprofil. Schnell hatten wir 800 Tweets zusammen. Die Bewerbungsseite wurde speziell mit Google-Analytics versehen um eine Trakking-Analyse durchführen zu können.
Alle Tweets wurden teilweise mit modernen und aktuellen Hashtags (die Raute vor wichtigen Begriffen) versehen. Beispielsweise immer Montags die Geschichte #musicmonday und Freitags #ff oder auch #followfriday. Tweets mit dem Jobsuch-Link wurden mit “Bitte RT”
versehen, was soviel bedeutet, dass unsere Follower und Leser des Suchbegriffes mit dem Hashtag diesen Tweet weiter verbreiten sollten. Einige machten das auch für uns. Vielen Dank an dieser Stelle.
Wir sammelten in wenigen Monaten 450 Follower und folgten fleißig auch diesen. Die Seite mit den öffentlichen Bewerbungstext wurde entsprechend unserer Postings auch recht oft aufgerufen. Mit bis zu 80 Besuchern pro Tag, kein schlechtes Ergebnis. Die hinterlegte Handynummer war eine alte Prepaidkarte, die in einem ebensoaltem Mobiltelefon auf dem Schreibtisch griffbereit lag. Leider blieb das Handy stumm. (Ok. Zweimal gab es ein Angebot. MLM-Vertrieb von der übelsten Sorte. Das lassen wir aber mal außen vor.)
Auch Stellenbörsen und Karriereportale meldeten sich, da sie dem Account gefolgt waren und schickten per PM leicht spammige Mitteilungen a la “wir möchten uns doch auf deren Portal anmelden und werden dort bestimmt einen Job finden.” Mal abgesehen davon, dass wir hier immer davor warnen, persönliche Daten auf immer mehr Bewerbungsportalen zu hinterlassen und selbst kostenlose, sowie registrierungsfreie Stellenbörsen betreiben wären wir da auch problemlos selbst drauf gekommen.
Auf die hinterlegte E-Mail-Adresse meldete sich auch niemand. Schade eigentlich, wurde diese doch direkt für diesen Text mit Klarnamen @ unsere Domain angelegt. Der bekannte Blogger Sascha Lobo twitterte heute beispielhaft: “Twitter ist doch auch bloss Multiplayer-SMS.” Wie recht er doch hat.
Mit unserem Test hatten wir keinen Erfolg. Der Account ist “still in process”. Man weiß ja nie. Vielleicht kommt ja doch noch was passendes im alten Job als Angebot und mit akzeptierbarem Lohnangebot. Vielleicht schlagen wir ja zu. Wir werden sehen. Für unseren Test bewies sich, dass Geschichten über die Jobsuche via Twitter zwar nicht erfunden, aber eher zufällig entstanden sind. Wir suchten jetzt auch nicht speziell im Bereich Social Network oder Werbung und Marketing. Da hätte es vielleicht auch etwas anders ausgesehen. Gegebenenfalls überdenken wir das nochmal und starten in Kürze einen weiteren Versuch.
Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden
Das könnte Sie in dieser Kategorie auch interessieren:
Linktipp / Reklame / Werbepartner dieses Artikels:
















































Probiert beim nächsten Versuch einfach jobtweet.de aus. Twitter Nutzer und Nicht-Nutzer können mit dieser Suchmaschine nach bei Twitter veröffentlichten Jobs suchen bzw. die Nutzerprofile durchsuchen. Spart eine Menge Zeit
Schöne Grüße
Twitter habe ich auch mal ausprobiert. Nur MLM und SEO Typen. Spammige Tweets von Bloggern, die auf die eigene Seite verlinken wollen oder irgendwelche Partnerprogramme von Amazon verlinken. Twitter ist nur eine Spamkiste. Es ist Zeitverschwendung und die ständigen Re-Tweets sind auch nur nervig. Ich bin da ganz schnell wieder weg. Vernünftige Gespräche sind über Chats oder Skype viel besser zu halten.
naja, einen großhandelskaufmann über twitter in den job zu bekommen ist wohl auch eher ein suboptimaler versuch. ich such den anwalt auch nicht bei den ingenieuren…..
irgendwas tweeten reicht nicht, wer waren eure follower? personaler oder spamfollower? da gibt es einiges, was diesen test nicht wirklich aussagekräftig macht, was sehr schade ist, da es mich wahnsinnig interessiert. meine erfahrungen mit twitter sind leider auch sehr wechselhaft. wie heißt der account (würde gerne mal sehen was ihr wie gemacht habt)
danke