Wir können nicht nur höhere Anforderungen stellen
Geschrieben am: 17. März 2009 in Führungskräfte, Karrieretipps, Köpfe & Karrieren
Schlagworte dieses Artikels: Finanzkrise, Führungskräfte, IKEA, Karrieretipps, Schweden, Visionen
Jeanette Söderberg, Geschäftsführerin von IKEA Schweden, gehört zu den Top-Führungspersonen im nördlichen Nachbarland. Auf der, in der letzten Woche durchgeführten, Kompetenzgala für Führungskräfte in Schweden erzählte sie, warum Sie als Chefin so beliebt ist.
Selbstvertrauen und Visionen schaffen Sicherheit
Der Confrencier der Kompetensgala in Stockholm, Henrik Frenkel, interviewte IKEA’s Geschäftsführerin Jeanette Söderberg:
- IKEAs Gründer, Ingvar Kamprad ist ein Chef, den viele als Vorild sehen. Warum?
»Viele wollen genausoviel Passion haben wie Ingvar. Er brennt wirklich für seinen Job und für alles was er tut und das ist enorm wichtig, wenn man erfolgreich sein will. «
- Du hast einen sehr guten Umgang mit Deinen Mitarbeitern. Fühlst Du dies auch so?
»Ich glaube eigentlich, dass Du Ikea im allgemeinen meinst. Ich stehe für einen Führungsstil, der auf Ikeas Wertevorstellungen basiert. Die Erfolge beruhen auf eine klare Vision innerhalb des Unternehmens und einer klaren und deutlichen Zielsetzung. Diese Vision ist im Unternehmen auf die Mitarbeiter übertragen worden. ‘Schaffe einen besseren Arbeitstag’ ist das Motto und 95% aller Mitarbeiter kennen es und helfen es durchzusetzen. «
- Du bist in der Topliste schwedischer Unternehmensgeschäftsführer.
Warum bist Du ein guter Chef?
»Ein Mitarbeiter sagte einmal zu mir: ‘Es ist so schön mit Dir, man weiß immer, was Du denkst’ . Ich glaube, dass Deutlichkeit Sicherheit schafft. Ich habe auch ein ehrliches Interesse für das ganze Unternehmen und alle Belange. Wenn ich ein Warenhaus besuche, treffe ich nicht nur dessen Geschäftsleitung sondern unterhalte mich auf einem Rundgang auch immer mit einer Menge Angestellten. «
- Du wurdest bereits mit 21 Jahren Chef. Kann man ein guter Chef sein, wenn man so Jung ist?
»Es gab sicher Meinungsverschiedenheiten im Führungsstil da. Aber ich war immer sicher in mich selbst und das ist eine Grundvoraussetung um eine gute Führungskraft zu werden. Ich glaube, dass es sehr schwer ist, andere zu entwickeln und zu formen, wenn man selber ängstlich und unsicher ist. «
- Nun ist überall Krisenstimmung und Konjunkturrückgang. Muss man in dieser Zeit ein härterer Chef sein?
»Ich glaube, dass man sich davor hüten sollte, jetzt höhere Anforderungen an seine Mitarbeiter zu stellen. Dies setzt die Mitarbeiter möglicherweise in diesen Zeiten unter Druck und sorgt eher für das Gegenteil des gewünschten Effektes. Auch Einsparungen zu Lasten der Mitarbeiter bringen nur einen geringen Spareffekt und sorgen eher für Missstimmung. Man benötigt stattdessen wirklich eher ein Selbstwertgefühl und Vertrauen in die eigene Organisation um Krisenzeiten zu überstehen. «
Quelle: chef.se / Übersetzung: O.Förster
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