Zukunft ohne Karriere oder Das Yin und Yang des Lebens
Geschrieben am: 25. März 2010 in Allgemein, Arbeitsmarkt
Schlagworte dieses Artikels: Abgangsklasse, Arbeitsamt, Förderschule, Grundschule, Hartz IV, Sozialfall
Manchmal bekommt man das Lachen und manchmal auch das Heulen. Insbesondere immer dann, wenn man Vergleiche und Gegenüberstellungen zu anderen Personen anstellen kann, die mit denkbar schlechtesten Voraussetzungen um Hilfe bitten oder es einfach nicht besser haben wollen. Irgendwann wird einem auch klar, dass es zu jedem Yin auch ein Yang gibt. Das der chinesische Daoismus gar nicht so verkehrt liegt, wenn er feststellt, dass es immer ein Gut und ein Böse geben muss.
Hier gibt es niemals Karriere – Nichteinmal einen Job.
Während Sie und wir täglich unseren Job nachgehen, irgendetwas entwickeln, forschen, schreiben oder der Monotonie des Arbeitsalltags unterlegen sind, gibt es andere, die das nicht brauchen. So wie Sie und wir täglich nach höherem Streben, unsere Grenzen neu definieren und unsere Wertigkeit an dem Erreichtem messen wollen und uns auch ständig mit anderen vergleichen müssen, stehen andere auf einer Stufe, die niedriger wohl kaum noch geht. Und irgendwann wird Ihnen und uns klar, dass der Sozialstaat als solches doch keine so gute Erfindung ist, denn hier wird der Daoismus fast in Reinkultur demonstriert. Man bezahlt seine Steuern (egal wo) und der Staat davon entsprechend Sozialleistungen für diejenigen, die eigentlich nichteinmal zu einem Putzjob zu gebrauchen sind.
Purer Zufall hieß der Mensch, der uns ein Zeugnis zuspielte und wir mussten ersteinmal den Mitarbeiter Blanker Ernst fragen, ob es denn wirklich soetwas gibt. Aber sehen Sie selbst und sehen Sie sich die Bilder mal ganz genau an.


Und? Auffälligkeiten festgestellt?
Aber sicher. Es handelt sich um eine weibliche Person, das haben wir aus Datenschutzgründen entfernt. Auch die Schule und Unterschriften. ABER.
Es ist ein Abgangszeugnis einer Förderschule. Klassenstufe 7 und wie Sie den Noten entnehmen können, ist die 7. nicht geschafft worden. Nicht beurteilbar bedeutet eigentlich – nie dagewesen. Man hat mit 14 / 15 sowieso ständig anderes zu tun und vieles ist offensichtlich auch wichtiger gewesen als das Brettergymnasium. Ergo bedeutet dies, einzig beurteilungsfähiges Zeugnis ist das aus der Klassenstufe 6.
Auffällig ist auch, dass die Erziehungsberechtigten das Zeugnis nicht unterschrieben haben. Dies sollte aber nicht mehr verwundern. Bei so einem Zeugnis kann es mit den Eltern auch nicht weit her sein. Ist es auch nicht, wie uns dazu via Mail mitgeteilt wurde.
Vielleicht fragen sie sich, was aus der Frau geworden ist.
Das Zeugnis ist erkennbar von 2006. Knappe 4 Jahre Die Gutste gerade 20. Und?
Aber klar, was Sie jetzt vermuten. Sie liegen genau richtig.
3 Kinder und Hartz IV im Dauerabo – wohl auf Ewigkeit. Gleichzeitige Betreuung von so ziemlich allen Ämtern, die für solche Fälle zuständig sind.
Bewerbungen für irgendetwas sind hier – und dann noch in einer strukturschwachen Region wie Mecklenburg-Vorpommern – wohl eher ziemlich sinnlos. Der einzige Karrieretipp für den Fall wäre: “Werde nochmal neu geboren und fang ganz von vorne an.”
Das nur zur Motivation für Ihren heutigen Tag. Denn Sie wissen ja, warum Sie und wir täglich zur Arbeit gehen.
Weil es zu jedem Yin auch ein Yang geben muss.
In diesem Sinne
Einen erfolgreichen Tag wünscht
Die Redaktion
//OF
PS: Übrigens sind wir unter anderem auch Medienpartner der “Perspektive Jugend” von MeineStadt.de .
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